Vor dem Hintergrund der europäischen
Schuldenkrise haben sich die US-Börsen am Montag im Verlauf mit
überdurchschnittlichen Verlusten präsentiert. Der Dow Jones
Industrial verlor zuletzt 1,19 Prozent auf 12.490,21
Punkte. Am Freitag hatte der US-Leitindex noch um gut ein halbes
Prozent zugelegt. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um
1,66 Prozent auf 1.312,92 Punkte. Der technologielastige Nasdaq
Composite gab um 1,92 Prozent nach auf 2.836,84 Punkte
und der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 1,98 Prozent auf
2.534,27 Punkte.
Befürchtungen über eine Ausweitung der europäischen
Schuldenkrise und die Skepsis vor dem am Donnerstag beginnenden
EU-Gipfeltreffen lasteten auf den Märkten, hieß es. "Ich glaube
nicht, dass bei dem Treffen etwas außergewöhnliches herauskommt. Es
dürfte lediglich zu einer höheren Volatilität führen", sagte
Geldmanager Wayne Lin von Legg Mason.
Auch die Bekanntgabe unerwartet guter US-Konjunkturdaten im
frühen US-Handel vermochte den Markt kaum zu stützen. So sind die
Verkäufe neuer Häuser im Mai deutlich stärker gestiegen als
erwartet. Auf Monatssicht sei die Zahl um 7,6 Prozent auf 369.000
Häuser geklettert, teilte das US-Handelsministerium mit. Volkswirte
hatten lediglich mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent auf 347.000
gerechnet.
Aus Branchensicht standen vor allem Bankenwerte und
Technologietitel unter Druck. So verloren Bank of America am Dow-Ende 4,16 Prozent. Die Aktien von JPMorgan
gaben um 2,78 Prozent nach. Außerhalb des Dow verbilligten
sich unter den Bankenwerten Goldman Sachs um 2,31
Prozent und Citigroup um 4,39 Prozent. Die Aktien
des Hewlett-Packard sackten um 3,14 Prozent ab, Intel
fielen um 3,15 Prozent und Microsoft um 3,03
Prozent. Einziger Dow-Wert im Plus waren Wal-Mart mit
einem Gewinn von 0,91 Prozent.
Im breiteren Markt kletterten Quest um 5,23 Prozent
auf 27,59 Dollar. Das Software-Unternehmen hatte mitgeteilt, dass
ein strategischer Käufer 27,50 Dollar je Aktie geboten und damit die
bisherige Offerte einer Gruppe von Finanzinvestoren von 25,75 Dollar
vom März übertroffen habe.
Die in New York gelisteten Anteilsscheine von Grupo Modelo zogen
um 17,00 Prozent an, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg
gemeldet hatte, dass der Brauereikonzern AB Inbev vor der Komplettübernahme des mexikanischen Brauers steht.
Ein Zukauf der restlichen 50 Prozent an den Mexikanern für mehr als
12 Milliarden US-Dollar könnte bereits in der laufenden Woche
angekündigt werden, hieß es.
Die Papiere von RIM verloren 6,64 Prozent,
nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Titel auf
"Underweight" abgestuft hatte. Vorbörslich hatten RIM wegen eines
Presseberichts noch klar im Plus notiert. Der angeschlagene
Blackberry-Hersteller erwägt der "Sunday Times" zufolge, seine
Gerätesparte auszulagern und an die Börse zu bringen oder ein
Aktienpaket an einen größeren Konzern zu verkaufen./edh/ck
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0229 2012-06-25/20:17