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MÄRKTE USA/Angst vor Scheitern des EU-Gipfels belastet

Von Claudia Nehrbaß 

Zweifel am Erfolg des bevorstehenden EU-Gipfels haben zu Wochenbeginn auch die US-Aktienmärkte belastet. An der Wall Street folgten die Aktienkurse den europäischen Börsen in negatives Terrain. Das offizielle Hilfsersuchen Spaniens für seine Banken verstärkte die Nervosität der Anleger, weil nicht klar war, welchen Umfang diese Hilfe haben wird. Die Investoren setzten vor diesem Hintergrund auf US-Staatsanleihen und Gold. Auch der US-Dollar profitierte.

Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 12.503 Punkte. Der S&P-500 fiel um 1,6 Prozent auf 1.1.314 Punkte und der Nasdaq-Composite gab um 2,0 Prozent auf 2.836 Punkte nach. Das Umsatzvolumen sank auf 0,75 (Freitag: 1,56) Milliarden Aktien. Dabei standen den 712 Kursgewinnern 2.346 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 84 Titel.

Spanien hat am Montag die EU offiziell um Hilfe für seine angeschlagenen Banken gebeten. Der Antrag kam zwar nicht überraschend, allerdings wurde zunächst keine konkrete Summe genannt. Mitte des Monats hatte das Land schon die Zusage der anderen Euro-Länder erhalten, zur Sanierung der Geldinstitute bis zu 100 Milliarden Euro bereitzustellen. Ein Gutachten von zwei Prüfungsgesellschaften hatte einen Kapitalbedarf von bis zu 62 Milliarden Euro ermittelt.

Spanien war indessen nicht die einzige Quelle schlechter Nachrichten. Nach Börsenschluss in Europa teilte auch Zypern mit, EU-Hilfe beantragt zu haben. Die Banken der Republik Zypern waren stark in Griechenland engagiert. Dort wiederum reichte der designierte griechische Finanzminister Vasilios Rapanos den Rücktritt ein - nach weniger als einer Woche im Amt. Ein Grund für das Rücktrittsgesuch wurde nicht genannt, doch liegt Rapanos seit Freitag im Krankenhaus. Auch der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras ist gesundheitlich angeschlagen und wird daher nicht an dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag teilnehmen.

Bei dem Gipfel dürfte es unter anderem auch um die Neuverhandlungen der Hilfe für Griechenland sowie um eine mögliche Banken- und Fiskalunion gehen. Allerdings gibt es Zweifel daran, dass es zu wegweisenden Entscheidungen kommen wird. Beim vorangegangenen Treffen hatten die Staats- und Regierungschefs EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker und den Präsidenten der Europäischen Zentralbank Mario Draghi mit einer Art Masterplan zur Lösung der Banken- und Staatsschuldenkrise beauftragt. Angesichts der kaum zu überwindenden Interessensunterschiede könnten die Hoffnungen aber enttäuscht werden.

Vor diesem Hintergrund setzten Anleger auf die als sicher geltenden US-Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel auf 1,61 Prozent. Auch Edelmetall war gefragt: Der Goldpreis stieg an der Comex um 1,4 Prozent auf 1.588,40 Dollar.

Dagegen litt der Ölpreis unter Konjunktursorgen und der Aufwertung des US-Dollar zum Euro, die Öl für Käufer aus der Eurozone verteuerte. Die Gemeinschaftswährung war nach Bekanntwerden des spanischen Hilfsgesuchs unter die Marke von 1,2500 Dollar gerutscht und notierte im späten US-Handel bei 1,2497 Dollar. Ein Barrel Leichtöl der US-Referenzsorte WTI kostete zum Settlement an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex 79,21 Dollar und damit 0,6 Prozent bzw 0,55 Dollar weniger als am Freitag. An der ICE stieg die europäische Referenzsorte Brent um 0,03 Dollar auf 91,01 Dollar.

Überraschend gute Daten vom US-Immobilienmarkt verpufften und halfen nicht einmal den Aktien der Baubranche. Im Mai wurden 7,6 Prozent mehr neue Eigenheime verkauft als im April. Volkswirte hatten nur ein bescheidenes Plus von 0,6 Prozent erwartet. Gleichwohl fielen die Aktien des Bauunternehmens Pulte Group um 1,7 Prozent auf 9,23 Dollar. Die Papiere von D.R. Horton gaben um 0,7 Prozent auf 16,29 Dollar nach.

Die Aktien der Pharmahersteller Bristol-Myers Squibb (-3,5 Prozent auf 34,13 Dollar) und Pfizer (-1,1 Prozent auf 22,47 Dollar) litten darunter, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA zusätzliche Informationen zum Blutverdünner Eliquis gefordert hatte. Das schmälert die Umsatzaussichten des Medikaments, das in Europa schon zugelassen ist.

Die Teva-Aktie stieg dagegen um 4,5 Prozent auf 39,73 Dollar. Ein US-Bezirksgericht hat den Patentschutz für Copaxone zur Behandlung von Multipler Sklerose bestätigt und festgestellt, dass die generischen Versionen von Mylan und Momenta die Patente von Teva verletzen. Die Aktien von Mylan gaben um 2,0 Prozent auf 20,80 Dollar nach, der Kurs von Momenta brach um 22,4 Prozent auf 13,20 Dollar ein.

Aktien von Anheuser-Busch Inbev legten gegen den Trend um 1,4 Prozent auf 70,92 Dollar zu. Der weltgrößte Brauereikonzern erwägt nach Angaben aus gut informierten Kreisen die Übernahme des mexikanischen Corona-Brauers Grupo Modelo. Der Kauf könnte AB Inbev mehr als 12 Milliarden Dollar kosten. Constellation Brands verteuerten sich um 12,9 Prozent auf 21,86 Dollar. Die Anleger spekulierten darauf, dass eine Vertriebsvereinbarung zwischen Constellation und Modelo im Fall einer Übernahme durch AB Inbev erweitert werden könnte.

INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          12.502,66  -1,09  -138,12 
S&P-500        1.313,72  -1,60   -21,30 
Nasdaq-Comp.   2.836,16  -1,95   -56,26 
Nasdaq-100     2.533,54  -2,01   -51,99 
 
KUPON   LAUFZEIT  KURS       ÄNDERUNG    RENDITE  ÄNDERUNG 
1/4%    2-year    99 29/32   up 0/32     0,299%   -0,8BP 
1/4%    3-Year    99 30/32   up 2/32     0,396%   -1,9BP 
7/8%    5-year    99 19/32   up 4/32     0,711%   -4,2BP 
1 1/8%  7-Year   100  9/32   up 12/32    1,083%   -5,8BP 
1 3/4%  10-year  101  8/32   up 17/32    1,613%   -5,9BP 
3%      30-year  106 12/32   up 1 14/32  2,687%   -6,9BP 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Mo, 8.40 Uhr  Fr, 17.35 Uhr 
EUR/USD   1,2497  -0,07%        1,2506         1,2537 
EUR/JPY  99,5713  -0,65%      100,2231       100,9977 
EUR/CHF   1,2009  -0,02%        1,2011         1,2010 
USD/JPY  79,6610  -0,59%       80,1310        80,5400 
GBP/USD   1,5569  -0,04%        1,5575         1,5565 
 

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

DJG/DJN/cln 
 

(END) Dow Jones Newswires

June 25, 2012 16:23 ET (20:23 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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