Von Nico Schmidt
Eigentlich sollte der Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer Opel Ende Oktober stehen. Bislang konnten sich Management und Arbeitnehmervertreter aber nicht auf die notwendigen Maßnahmen einigen. Nun haben sich die Parteien Luft verschafft. Die Verhandlungen über ein Zukunftskonzept für Opel würden fortgesetzt, erklärte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Wolfgang Schäfer-Klug. Einen neuen Zieltermin nannte er nicht, sondern sagte lediglich, eine Vereinbarung solle "sobald wie möglich" erreicht werden.
"Wir brauchen schlicht noch mehr Zeit und wollen eine gute Einigung nicht durch Zeitdruck gefährden", so Schäfer-Klug weiter.
Opel schreibt seit Jahren massive Verluste und ist momentan das größte Sorgenkind des US-Autogiganten General Motors. Da die Marke mit dem Blitz fast ausschließlich auf dem kriselnden europäischen Markt unterwegs ist, ist eine kurzfristige Besserung der Lage nicht in Sicht. Denn die Schuldenkrise lässt Kunden vor allem im Süden des Kontinents einen weiten Bogen um die Verkaufsläden machen.
Deshalb verhandeln bei Opel Management und Gewerkschaft sowie Betriebsrat seit Monaten über eine weitere Restrukturierungsrunde. Das als veraltet geltende Werk in Bochum könnte 2016 auf der Kippe stehe, in den Medien kursieren Gerüchte über den Abbau tausender Stellen. Diese Woche hatte erst Ford die Schließung dreier Standorte in Europa und den Abbau von 5.700 Arbeitsplätzen bekanntgegeben.
Der Opel-Vorstand will das Unternehmen allerdings nicht nur gesund schrumpfen, sondern auch Milliarden in die Hand nehmen, um den Weg in die Zukunft zu ebnen. Mit neuen Modellen wie dem Livestyle-Kleinwagen Adam und dem Kompakt-SUV Mokka sowie sparsamen Motoren wollen die Rüsselsheimer wieder in die Spur finden und irgendwann erneut die Nummer zwei in Europa hinter Volkswagen werden.
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October 26, 2012 11:28 ET (15:28 GMT)
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