Je näher der EU-Gipfel rückt, desto
stärker gerät der Eurokurs
Die überraschend deutliche Ablehnung gemeinschaftlicher Haftung im Euroraum durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält auch den Devisenmarkt in Atem. Merkel sagte am Dienstagabend vor der FDP-Bundestagsfraktion nach Angaben von Teilnehmern, Eurobonds werde es nicht geben, "solange ich am Leben bin". Vor dem EU-Gipfel stehen die Zeichen damit auf Konflikt. "Wir sind im Endspielmodus um die Eurozone", sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Merkels Äußerung sei implizit und wahrscheinlich ungewollt "eine Aufforderung an die internationalen Märkte, der Eurozone den Rücken zu kehren".
Für zusätzliche Ernüchterung bei Investoren sorgten weitere schlechte Nachrichten aus Spanien: Die dortige Wirtschaft droht, immer tiefer in die Rezession zu rutschen. Die Konjunktur breche auf breiter Front ein, warnte die spanische Notenbank in ihrem Monatsbericht. Eine Reihe von Indikatoren weisen den Angaben zufolge darauf hin, dass der Rückgang sich in der Zeit von April bis Juni noch beschleunigt habe. Mit Italien kommt auch das zweite große Krisenland nicht aus der Misere. Bei einer Auktion sechsmonatiger Schuldverschreibungen nahm der Zinsdruck am Mittwoch weiter zu. Die Luft bei der Geldaufnahme wird immer dünner.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse
für einen Euro auf 0,79990 (0,79960) britische Pfund
ISIN EU0009652759
AXC0242 2012-06-27/16:55
