Von Hans Bentzien
FRANKFURT--Eine Senkung des Einlagensatzes der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Null würde die Kreditvergabe der Banken im Euroraum kaum erhöhen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Geldmarktkontaktgruppe der EZB unter den eigenen Mitgliedern, die am 25. Juni veröffentlicht und am 27. Juni auf der EZB-Website publiziert wurde.
Die Kontaktgruppe hatte folgende Frage gestellt: "Würden sie ihr Verhalten ändern und die Einlagen anbieten, wenn die Einlagenfazilität mit Null oder sogar negativ verzinst wäre?" Darauf antworteten 75 Prozent der Befragten mit "Nein", 15 Prozent mit "in einigen Fällen" und 10 Prozent mit "Ja".
Viele Beobachter erwarten, dass der EZB-Rat in der nächsten Woche eine Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent beschließen wird. Größere Unsicherheit herrscht in der Frage, ob er auch eine Senkung des Einlagensatzes von derzeit 0,25 Prozent auf Null zulassen wird.
Befürworter eines Nullzinses bei der Einlagenfazilität argumentieren, dass den Banken auf diese Weise der Anreiz genommen würde, ihr bei der EZB geborgtes Geld eben dort wieder anzulegen. So könnten sie dazu gebracht werden, die Kredite in die Realwirtschaft zu lenken. Skeptiker glauben jedoch nicht, dass das klappen wird, so lange die Unsicherheit über den Fortgang der Euro-Krise hoch ist.
Die Umfrage der Geldmarktkontaktgruppe scheint die Sicht der Skeptiker zu stützen. Gegenwärtig lagern in der Einlagenfazilität der EZB 747 Milliarden Euro.
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June 27, 2012 12:28 ET (16:28 GMT)
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