Die Pläne für ein neues Airbus-Flugzeugwerk in USA entlasten den Konzern - und zeigen, dass Vorstandschef Tom Enders auch ein ausgebuffter Diplomat ist.
Wenn aus einem von schlechten Neuigkeiten geplagten Unternehmen positive Nachrichten heraussickern und dann nur augenzwinkernd dementiert werden, kann das viele Gründe haben: Die Neuausrichtung nimmt Gestalt an, man will alte Negativgeschichten überdecken oder an anderer Stelle etwas Druck machen.
Bei der Nachricht von einem möglichen Airbuswerk in den USA gelten wahrscheinlich alle drei.
Ganz sicher zeigt der Neubau eines Werks im Bundesstaat Alabama , dass die neue Konzernspitze um den EADS-Vorstandsvorsitzenden Tom Enders und Airbus-Chef Fabrice Brégier das Kerngeschäft Zivilflugzeuge neu ausrichten. Zum einen setzen sie stärker als bisher auf das Geschäft mit den Mittelstreckenflugzeugen der A320-Familie für 130 bis gut 200 Passagiere. Denn die Idee eines Werks im Süden der USA ist fast zehn Jahre alt. Doch bisher war der Plan eher, hier Großraumflugzeuge vom Typ A330 bauen, nicht zuletzt in der Hoffnung diese dann als Grundlage für ein Militärtankflugzeug an die amerikanische Luftwaffe zu verkaufen.
Nun sollen es also kleinere Flieger werden. Denn hier ist die Not absehbar. Airbus hat gerade von der A320NEO genannten Neuauflage des Mittelstreckenfliegers so viele Exemplare verkauft, dass die bislang drei Werke in Hamburg, dem südfranzösischen Toulouse und Tianjin nahe der chinesischen Hauptstadt Peking sie gar nicht alle fertigen können. Denn bis 2025 sollen bis zu 50 Prozent mehr Flieger ausgeliefert werden als heute. Da muss dringend ein weiteres Werk her.
Doch das allein kann nicht der Grund sein für die US-Offensive. Denn schon heute könnten die Werke ...
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