(neu: Stellungnahme Rhön-Klinikum)
BAD VILBEL (dpa-AFX) - Die Übernahme von Rhön-Klinikum
Der Aufsichtsrat und der Vorstand des Klinik-Konzerns Rhön bedauerten das Scheitern ebenfalls: "Hier wurde eine große Chance im ersten Anlauf zur gemeinsamen Gestaltung des deutschen Gesundheitsmarktes verpasst", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Münch laut Pressetext. Die Rhön-Aktie brach nachbörslich beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz um fast 10 Prozent ein. Die Fresenius-Aktie dagegen reagierte kaum.
Fresenius wollte mit dem Zusammenschluss den europaweit größten privaten Krankenhausbetreiber mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro formen. Dafür hatte der Konzern 22,50 Euro je Aktie in bar oder insgesamt 3,1 Milliarden Euro für den fränkischen Konkurrenten geboten, was einem Aufschlag von 50 Prozent auf den Kurs der Rhön-Aktie vor Bekanntwerden der Übernahmepläne entsprach. Inklusive einer Nettofinanzverschuldung von circa 800 Millionen Euro wurde Rhön so mit etwa 3,9 Milliarden Euro bewertet. Am Mittwoch um Mitternacht war die Frist zur Andienung der Aktien ausgelaufen.
ASKLEPIOS FUNKTE DAZWISCHEN
Asklepios Kliniken hatten sich noch kurz vor Fristablauf eingeschaltet und 5,01 Prozent an Rhön-Klinikum erworben. Der Fresenius-Konkurrent hatte sich aber nicht zu den strategischen Optionen geäußert, die sich aus dem millionenschweren Einstieg ergeben. Man wolle sich alle Möglichkeiten offenhalten, hatte es nur geheißen. Laut Schneider wurde so die Übernahme blockiert, ohne "konstruktive Alternative" anzubieten. Das habe verunsichert.
Die Kliniksparte Helios will laut dem Fresenius-Chef dennoch ihre Wachstumsstrategie fortführen und sei gut positioniert auch aus eigener Kraft zu wachsen. "Helios plant, im Jahr 2015 einen Umsatz von 4 bis 4,25 Milliarden Euro zu erreichen. Dieser Ausblick beinhaltet nicht einen möglichen Erwerb der Rhön-Klinikum AG", so Schneider.
Die Kapitalerhöhung im Mai, bei der 1,014 Milliarden Euro erlöst wurden, soll mittelfristig für das Ziel genutzt werden, das Unternehmenswachstum durch Zukäufe stärken, hieß es zudem weiter. Die Netto-Verbindlichkeiten im Verhältnis zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lägen nun zunächst am unteren Ende des Zielkorridors von 2,5 bis 3,0./ck
ISIN DE0007042301 DE0005785604
AXC0396 2012-06-29/22:23


