Fresenius sucht nach geplatztem Rhön-Übernahmeangebot neue Wege
BAD HOMBURG - Der Gesundheitskonzern Fresenius arbeitet trotz der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten
Rhön-Klinikum weiter an der Fusion. Die große Zustimmung
der Aktionäre werde als Auftrag begriffen, alle Möglichkeiten
auszuschöpfen, sagte eine Fresenius-Sprecher am Samstag in Bad
Homburg. Das Management werde Gespräche führen, um kurzfristig eine
Lösung zu präsentieren.
Bristol-Myers Squibb will Amylin für sieben Milliarden Dollar kaufen
NEW YORK - In der Pharmabranche dreht sich das
Übernahmekarussell weiter. Der US-amerikanische Konzern
Bristol-Myers Squibb (BMS) will das auf
Diabetes-Medikamente spezialisierte Biotechnologieunternehmen Amylin
übernehmen und greift dafür tief in die Taschen. BMS
bietet den Amylin-Aktionären 31 Dollar je Anteil oder insgesamt 5,3
Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro). Inklusive der übernommenen
Schulden und einer Zahlung an den Konkurrenten Eli Lilly , der bisher vertragliche Verbindungen mit dem
Diabetes-Experten hat, summiert sich der Kaufpreis für Amylin auf
rund sieben Milliarden Dollar.
MTU baut Engagement bei Airbus-A320-Antrieb aus - Umsatz für 25
Jahre erwartet
MÜNCHEN - Der deutsche Triebwerksbauer MTU baut sein
Engagement beim Antrieb des Airbus-Kassenschlagers A320 wie geplant
um fast die Hälfte aus. Der Anteil der Münchner an dem Konsortium
IAE, das das Triebwerk V2500 für den Mittelstreckenflieger liefert,
steigt durch den Ausstieg des britischen Triebwerksbauers
Rolls-Royce nun von 11 auf 16 Prozent, wie MTU am Freitagabend
mitteilte. Das V2500, das unter der Führung der
United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney gebaut wird,
ist für die Münchner das bislang wichtigste Triebwerksmodell im
zivilen Geschäft.
Kabel-Deutschland-Chef: Mehr Investitionen statt mehr Dividende
FRANKFURT - Kabel Deutschland (KDG) hat die
hochgesteckten Erwartungen an eine Steigerung der Dividende in den
kommenden Jahren enttäuscht, um zunächst ein höheres
Investitionsbudget vorzuhalten. Wie Finanzvorstand Adrian Siemen im
Interview der Börsen-Zeitung sagt, galt es abzuwägen, "ob wir nicht
heute die Ausschüttung zugunsten höherer Investitionen und damit
höheren Wachstums niedriger halten, um morgen einen noch höheren
Return für unsere Aktionäre zu erwirtschaften". Kabel Deutschland
mangele es nicht an Investitionsmöglichkeiten mit attraktiven
Renditechancen, betonte der Manager. Deshalb habe das Unternehmen
für die Rendite auf das eingesetzte Kapital eine recht hohe Hürde
gesetzt. "Wenn wir investieren, rechnen wir mit einem internen
Zinsfuß von 13 Prozent".
Post prüft Porto-Erhöhung
BONN - Die Deutsche Post denkt über eine Portoerhöhung
für Briefe in Deutschland nach. "Wir werden im Herbst prüfen, ob die
Rahmenbedingungen es ermöglichen, unsere Preise für das nächste Jahr
zu erhöhen", sagte Post-Finanzvorstand Larry Rosen der "Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung". "Fakt ist, dass unser Porto seit
vielen Jahren nicht mehr gestiegen ist." Das aktuelle Porto für
einen Inlandsbrief beträgt 55 Cent.
'SZ': Schienenherstellern drohen Bußgelder in Millionenhöhe
ESSEN/BONN/MÜNCHEN - Das Bundeskartellamt will einem
Medienbericht zufolge im Juli einen Bußgeldbescheid gegen
ThyssenKrupp und andere Stahlunternehmen wegen Bildung
eines Schienenkartells erlassen. Bei den Geldstrafen soll es sich
nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"/Samstag) um hohe
Millionenbeträge handeln. Das Kartellamt ermittelt bereits seit mehr
als einem Jahr gegen das Kartell, das sich selbst den Namen
"Schienenfreunde" gegeben hat.
Eurokrise bringt Wachstumsprognose bei Bosch ins Wanken
STUTTGART/GERLINGEN - Der Technologiekonzern und weltgrößte
Autozulieferer Bosch sieht zur Halbzeit des Jahres Gefahr für seine
Umsatzprognose. "Wir gingen bisher von einem Wachstum von drei bis
fünf Prozent für 2012 aus, sehen aber durchaus in den letzten Wochen
zunehmende Wachstumsrisiken", teilte das Unternehmen am Wochenende
auf Anfrage mit. Die Eurokrise habe bereits aufs Geschäft gedrückt.
"Das europäische Umfeld außerhalb Deutschlands stagniert mehr oder
weniger", berichtete der gut 300.000 Mitarbeiter zählende Konzern.
Tausende BMW-Leiharbeiter können auf Festanstellung hoffen
MÜNCHEN - Der Autobauer BMW will den Anteil der
Leiharbeit in seinen deutschen Werken nach massiver Kritik der IG
Metall deutlich herunterfahren. Die Zahl der Leiharbeiter solle von
12 000 auf 6000 halbiert werden, Tausende sollen fest angestellt
werden, berichtete die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf das
neue Personalkonzept. "Wir rechnen mit einer Einigung in den
kommenden Wochen", sagte ein BMW-Sprecher am Samstag. "Die
Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen." Erst dann werde sich
BMW zu den Details äußern.
Kühne: Reederei Hamburg Süd idealer Partner für Hapag-Lloyd
DÜSSELDORF/HAMBURG - Der Logistikunternehmer und
Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne strebt eine Fusion mit
dem Wettbewerber Hamburg Süd an. Das Unternehmen des Oetker-Konzerns
wäre "ein idealer Partner" für Hapag-Lloyd, sagte Kühne der
"Wirtschaftswoche". "Nur ein Zusammenschluss kann die Reederei
wieder in die Spitzengruppe um die dänische Maersk und die
Schweizerische MSC hieven."
Unmut in der Bundesregierung über Commerzbank-Schwenk
HAMBURG/FRANKFURT - Die Entscheidung der teilverstaatlichten
Commerzbank , sich vollständig aus der Schiffsfinanzierung
zurückzuziehen, sorgt in der Bundesregierung für Unmut. "Das ist ein
Signal zur Unzeit", sagte der Koordinator der Bundesregierung für
die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto (FDP), dem "Spiegel". Die
Reeder könnten sich ohnehin kaum noch finanzieren, weil sich auch
andere Banken abwendeten. Der Vorstand der Commerzbank hatte
vergangene Woche angekündigt, aus dem Geschäft mit der
Schiffsfinanzierung und aus dem Bereich Gewerbeimmobilien
auszusteigen. Ein Viertel der Bank gehört dem Staat.
Großbritannien zieht Konsequenzen aus Zinsmanipulations-Skandal
LONDON - Der Skandal um mutmaßliche Zinsmanipulationen bei
mehreren Großbanken hat in Großbritannien erste Konsequenzen. Die
britische Regierung hat eine unabhängige Untersuchung auf den Weg
gebracht, vor der unter anderem Barclays -Chef
Bob Diamond aussagen soll. Die Royal Bank of Scotland (RBS ) soll derweil bereits Ende 2011 vier Händler entlassen
haben, wie Medien am Sonntag berichteten. Das Institut ist seit der
Finanzkrise größtenteils verstaatlicht.
Air Berlin protestiert gegen höhere Flughafengebühren in Spanien
BERLIN - Air Berlin protestiert gegen die Erhöhung der
Flughafengebühren in Spanien. Die Fluggesellschaft halte den
Beschluss der spanischen Regierung "für rechtswidrig", sagte ein
Unternehmenssprecher der Zeitung "Die Welt" (Montag). Laut einer
EU-Verordnung könnten solche Gebühren nicht ohne Konsultationen und
unter Einhaltung bestimmter Fristen erhöht werden, heißt es bei Air
Berlin. "Wir werden die Gebühren jetzt unter Vorbehalt zahlen",
sagte ein Sprecher. Zahlt die Airline nicht, könnten die Spanier dem
Bericht zufolge Flugzeuge der Air Berlin konfiszieren und
stilllegen.
Umstellung von Praktiker-Märkten auf Max Bahr soll bald starten
HAMBURG/KIRKEL - Die Umstellung zahlreicher Märkte der
angeschlagenen Baumarktkette Praktiker auf die
Schwestermarke Max Bahr soll zügig starten. Bereits im August könnte
die erste Umbauwelle für einige Märkte beginnen, sagte
Praktiker-Chef Kay Hafner der "Wirtschaftswoche". Im September solle
dann die erste umgebaute Filiale neu eröffnen. Die verbleibenden
Praktiker-Märkte sollen mit einem deutlich reduzierten Sortiment
wieder auf Kurs gebracht werden, so Hafner. Zur Finanzierung des
Konzepts will sich das Unternehmen von den Aktionären bei der
Hauptversammlung am 4. Juli eine Kapitalerhöhung genehmigen lassen.
Führungswechsel bei RWE - Terium übernimmt von Großmann
ESSEN - Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE wird seit Sonntag von dem Niederländer Peter Terium geführt. Der
48-Jährige übernimmt den Vorstandsvorsitz von dem langjährigen Chef
Jürgen Großmann. Eingearbeitet hat sich Terium schon: Im vergangenen
September stieg er als Stellvertreter Großmanns in den RWE-Vorstand
auf.
WestLB zerschlagen - Restbank startet als Dienstleister
DÜSSELDORF - Mit der WestLB verschwindet erstmals seit dem
Ausbruch der Finanzmarktkrise in Deutschland vor knapp fünf Jahren
eine Großbank von der Bildfläche. Die einst mächtige Landesbank
Nordrhein-Westfalens wurde nach hohen Verlusten und
milliardenschweren Rettungspaketen wie mit den europäischen
Wettbewerbshütern vereinbart zum Stichtag 30. Juni zerschlagen.
Dabei entstanden drei Teile. Mittlerweile steht auch der Zeitplan
für die Aufspaltung.
/he
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