Der Euro
"Durch das zögerliche Handeln der EZB bleibt Europa verwundbar", sagt Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank. Zwar hat die Notenbank den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,75 Prozent gesenkt und darüber hinaus auch den Einlagezins reduziert, um es für Banken unattraktiv zu machen, Geld bei ihr zu horten. Dennoch fielen die Marktreaktionen enttäuscht aus. Nicht nur der Euro wurde verkauft, auch die Risikoaufschläge für Anleihen der großen Krisenländer Italien und Spanien zogen nach den Entscheidungen der EZB deutlich an.
Anleger hatten darauf gesetzt, dass die EZB den angeschlagenen Euro-Schwergewichten Unterstützung am Anleihemarkt in Aussicht stellt. Nach den Beschlüssen des jüngsten EU-Gipfels, die Rettungsfonds EFSF und ESM "flexibel" für diesen Zweck zu nutzen, hatte man sich von der Notenbank Schützenhilfe erhofft. Doch EZB-Chef Mario Draghi gab keinerlei Hinweise, dass die begrenzte Feuerkraft der Fonds irgendwie gesteigert werden könnte - im Gegenteil. "Dies ist eine sehr gefährliche Situation", so Berenberg-Experte Schmieding. Nach den "halbgaren" Entscheidungen der EZB könne die Krise im Sommer wieder eskalieren.
Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse
für einen Euro auf 0,79840 (0,80320) britische Pfund
ISIN EU0009652759
AXC0225 2012-07-05/17:04