Zum ersten Mail seit 50 Jahren durften die Libyer frei wählen. Das demokratische Grundrecht ist für sie keine Selbstverständlichkeit. In vielen Wahllokalen feierten die Wähler den Tag. Doch im Osten des Landes gab es Streit.
Samira bin Ghasi stand am Samstagmorgen früh auf, zog ihre beste Kleidung an und machte sich auf den Weg: Sie wollte schnell zu ihrem Wahllokal in der ostlibyschen Stadt Bengasi, um dort an den ersten freien Wahlen des Landes seit etwa einem halben Jahrhundert teilzunehmen. "Ich hätte diesen Augenblick um nichts in der Welt versäumt", sagt die 53 Jahre alte Lehrerin, nachdem sie ihre Stimme zur Wahl des Allgemeinen Nationalkongresses abgegeben hat.
In den Wochen vor der Wahl gab es im Osten des Landes auch Kritik an der Übergangsregierung. Manche fordern die Rückkehr zum föderalen System der Vor-Gaddafi-Zeit. "Die haben wohl den Verstand verloren", sagt Bin Ghasi hingegen verärgert. "Das wird nie geschehen." Wenn man das Land jetzt zerteilen wolle, dann hätte man Gaddafi ja gar nicht erst absetzen müssen, sagt sie. Doch ihr Ärger verfliegt, als sie im Wahllokal eine Freundin trifft. Beide stoßen schrille Freudentriller aus, wie man sie ...
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