Von Jan Hromadko und David Pearson
FARNBOROUGH--Die Bundesregierung und ihre Partner Großbritannien, Frankreich und Spanien sind zuversichtlich, noch im laufenden Jahr die Aktionärsstruktur des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS zu reformieren. Dies sagten die zuständigen Politiker am Rande der Luftfahrt-Ausstellung in Farnborough.
Es müssten zwar noch einige juristische Fragen geregelt werden, sagte Peter Hintze, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Hintze, der auch Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt ist, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Veränderungen in der Eigentümerstruktur von EADS noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können.
Der Autobauer Daimler hatte zuvor erklärt, er wolle seinen Anteil reduzieren, um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Die staatseigene KfW hatte sich daraufhin bereit erklärt, rund 7,5 Prozent der Daimler-Anteile zu übernehmen. Deutschland und Frankreich sind die Ankeraktionäre von EADS mit jeweils rund 22 Prozent der Anteile, die sie indirekt über Daimler und Lagadere halten.
Hintze und der französische Verkehrsminister Frederic Cuvillier sagten übereinstimmend, dass beide Regierungen grundsätzlich an einer ausgeglichenen Aktionärs-Balance zwischen Berlin und Paris festhalten wollen. "Es ist wichtig, dass die Länder ihre wirtschaftlichen, industriellen und Beschäftigungsinteressen verteidigen", sagte Cuvillier. Eine Reduzierung der Anteile stehe für Frankreich nicht auf der Agenda. "Das ist weder unsere Philosophie noch unsere Politik."
Der neue Vorstandvorsitzende Tom Enders hatte zuletzt wiederholt eingefordert, dass die Regierungen ihren Einfluss bei EADS reduzieren. Laut Hintze und Cuvillier, die beide mit Enders auf der Farnborough Air Show zusammengekommen waren, ist dieses Thema aber nicht im Detail besprochen worden. Enders scheine von dem Thema "nicht besessen", sagte Cuvillier.
Hintze ergänzte jedoch, dass die Bundesregierung bereit wäre, ihre Anteile zu reduzieren, wenn Frankreich eine Verringerung anstrebe. Er sagte ebenfalls, dass die Bundesregierung das Interesse von Enders, EADS und Airbus als "leistungsstarke und erfolgreiche" Unternehmen zu erhalten, teile.
Er begrüßte ebenfalls die jüngste Entscheidung von Airbus, in den USA ein Werk für die Fertigung von A320neo Flugzeugen zu bauen. Die Globalisierungs-Strategie von Airbus sichere Arbeitsplätze in den Kernländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. "Deswegen ist die Expansion in den US-Markt richtig", sagte Hintze.
DJG/jah/mgo/bam
(END) Dow Jones Newswires
July 09, 2012 14:37 ET (18:37 GMT)
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