Von Matina Stevis
BRÜSSEL--Um seine Sparziele zu erreichen, muss Griechenland die Staatsausgaben im laufenden Jahr noch um weitere 3 Milliarden Euro kürzen. Der neue Finanzminister Yiannis Stournaras sagte in Brüssel, dass in den "kommenden Wochen" neue Einsparmöglichkeiten gefunden werden müssten, um die "harten Anforderungen" der internationalen Kreditgeber zu erfüllen. Der Minister gab außerdem bekannt, dass sein überschuldetes Land bis September keine neue Tranche aus dem 130 Milliarden Euro umfassenden Rettungspaket von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten werde.
Offenbar sind die Euroländer im Falle Griechenlands hart geblieben, denn Stournaras hat nach eigenen Worten die Hoffnung auf Aufschub bei den rigiden Vorschriften zur Senkung der Neuverschuldung aufgegeben. EU und IWF verlangen von Griechenland in den kommenden beiden Jahren, irgendwie 11,5 Milliarden Euro im Staatshaushalt zusammenzustreichen. "Das Problem bei den Nachverhandlungen ist, dass zusätzliche Hilfe der Zustimmung der Parlamente bedarf", sagte Stournaras. Er will später aber noch einmal versuchen, Erleichterungen herauszuschlagen, wenn das Reformprogramm "wieder in der Spur ist". Bis jetzt habe das Reformprogramm niemals richtig funktioniert.
Der griechische Finanzminister habe die Zusicherung erhalten, dass sein Land eine Art Überbrückungszahlung für Staatsanleihen im Wert von 3,1 Milliarden Euro erhalten soll, die am 20. August fällig werden und von der Europäischen Zentralbank gehalten werden. Der Minister war sich noch unsicher, ob Griechenland über die Sommermonate nicht doch zusätzliche Kredite brauchen wird, um nicht Pleite zu gehen. Ein hoher Vertreter seines Ministeriums erklärte, es sei ein Unterschied ob Zahlungen bei ausländischen Investoren oder im Inland anstehen. "Wenn sie jemandem Geld im Inland schulden, ist es kein Zahlungsausfall."
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July 10, 2012 08:26 ET (12:26 GMT)
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