Von Christopher Emsden
ROM--Der hohe Schuldenberg macht Italien auch in den kommenden Jahren nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) verwundbar. Nach den Berechnungen des IWF werden die Schulden nach dem wahrscheinlichsten Szenario 2013 mit 126,4 Prozent der Wirtschaftsleistung ihren Scheitelpunkt erreichen. In fünf Jahren werden sie immer noch bei 119,4 Prozent stehen. Die Experten des Währungsfonds haben allerdings mehrere Szenarien durchgespielt und im Extremfall eines Schocks könnten die Verpflichtungen auf bis zu 140 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) anschwellen.
Der IWF empfiehlt dem Schwergewicht in der Eurozone, ab 2014 einen Primärüberschuss von einem Prozent des BIP zu erwirtschaften. Der Primärüberschuss ergibt sich als Saldo aus Einnahmen und Ausgaben, ohne Berücksichtigung der Zinskosten. Die Aussichten des IWF sind pessimistischer als die Prognosen der Regierung, weil diese von einem höheren Wachstum ausgeht. Der Währungsfonds rechnet damit, dass die italienische Wirtschaft in diesem Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen wird. Im kommenden Jahr soll wieder ein Wachstum von einem halben Prozent erreicht werden. Der IWF kommt in seinem Bericht zu Italien auch zu dem Ergebnis, dass ausländische Investoren große Teile ihrer italienischen Staatsanleihen verkauft haben. Im Jahr 2010 war nach den Schätzungen der Experten noch die Hälfte der Anleihen in ausländischer Hand, während es aktuell nur noch 36 Prozent sind.
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July 10, 2012 13:53 ET (17:53 GMT)
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