Von Nicholas Winning
MADRID--Die spanische Regierung will mit Reformen und Steuererhöhungen bis Ende 2014 insgesamt 65 Milliarden Euro einsparen. Das schuldengeplagte Land hat vor kurzem mit den Partnern der Eurozone neue Defizitziele vereinbart. Angesichts des umfangreichen Sparprogramms stellt sich aber die Frage, wie schnell Spanien die schwere Rezession, in der es steckt, überwinden kann.
"Wir versuchen, auf einem Pfad zu bleiben, der weder einfach noch kurz oder komfortabel ist. Aber können es nicht vermeiden, es ist der einzige Pfad der zu einer Erholung führt", sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy vor dem spanischen Parlament.
Die Sparmaßnahmen sehen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 von 18 Prozent vor, eine Senkung des Arbeitslosengeldes, eine Gehaltskürzung um 7 Prozent für Staatsbeschäftigte und weitere Einsparungen in Milliardenhöhe von den regionalen Gebietskörperschaften.
Am Montag hatten die Euro-Finanzminister dem Land laxere Defizitziele eingeräumt. In diesem Jahr darf Spanien nun ein Defizit von 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anhäufen, zuvor hatte das Ziel 5,3 Prozent betragen. Im nächsten Jahr soll der Fehlbetrag auf 4,5 Prozent und 2014 auf 2,8 Prozent sinken. Im vergangenen Jahr musste Spanien ein Defizit von 8,9 Prozent verbuchen.
Rajoys Kabinett hat bereits Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von 45 Milliarden Euro durchgeboxt, doch mit der schwachen Wirtschaft und den schwindenden Steuereinnahmen drohen die Defizitziele in immer weitere Ferne zu rücken. Spaniens Finanzminister hat zuletzt erklärt, er rechne im zweiten Quartal mit einer Vertiefung der Rezession.
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July 11, 2012 05:21 ET (09:21 GMT)
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