WASHINGTON (Dow Jones)--Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im Mai wegen sinkender Ölpreise und leicht anziehender Exporte gesunken. Nach den Berechnungen des US-Handelsministeriums belief es sich 48,68 Milliarden US-Dollar. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Mittel mit einem Fehlbetrag von 48,70 Milliarden Dollar gerechnet. Wie das US-Handelsministerium weiter berichtete, betrug das Defizit im Vormonat 50,60 Milliarden Dollar, nachdem vorläufig ein Minus von 50,06 Milliarden Dollar gemeldet worden war.
Nach dem kräftigen Anstieg im Frühjahr hat der Ölpreis im zweiten Quartal nachgegeben. Im Mai fiel der Preis für das Fass Rohöl durchschnittlich um 2,03 Dollar auf 107,91 Dollar. Die Kosten für die US-Ölimporte gingen um 300 Millionen auf 29,38 Milliarden Dollar zurück, obwohl 2,3 Millionen Barrel mehr importiert wurden.
Die Exporte stiegen im Mai unbereinigt um 0,2 Prozent auf 183,09 Milliarden Dollar auf, während die Importe um 0,7 Prozent auf 231,78 Milliarden Dollar zurückgingen. Besonders stark wurden im Mai Autos und Autoteile eingeführt.
Im Handel mit China haben die US-Firmen im Mai mehr Güter bestellt. Das Defizit kletterte um 6,1 Prozent auf 26,04 Milliarden Dollar. Nach einem Rückgang im April hat sich der Handel mit der Eurozone belebt. Die USA konnten 4,2 Prozent mehr exportieren, allerdings wurden auch deutlich mehr Produkte im Euroraum geordert. Deshalb stieg das Passivsaldo mit den Euroländern um rund 1 Milliarde auf 8,55 Milliarden Dollar.
An den Finanz- und Devisenmärkten wird der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zur Finanzierung der Defizite benötigen die USA große Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Sollten diese Zuströme ausbleiben, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
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July 11, 2012 08:53 ET (12:53 GMT)
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