Mit einem kleinen Plus hat der deutsche Aktienmarkt geschlossen. Damit hatte am Morgen wohl kaum jemand gerechnet. Hatte doch am Vorabend das Bundesverfassungsgericht das Urteilüber die Eilanträge zu ESM-Vertrag und Fiskalpakt auf unbestimmte Zeit verschoben. Doch die erwartete Verunsicherung an den Kapitalmärkten blieb aus. Zwar musste der Euro im späten Handel nochmals Federn lassen und fiel im späten Handel mit 1,2227 Dollar auf ein neues Zweijahrestief zum Dollar. Der deutsche Aktienmarkt beendete den Handel dagegen mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent bei 6.453,85 Punkten. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 111,2 (Vortag: 127,3) Millionen Aktien im Wert von rund 2,27 Milliarden Euro. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstagabend sein Urteilüber die Eilanträge zu ESM-Vertrag und Fiskalpakt auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Richter wollen die Verfassungsmäßigkeit der Verträge intensiv prüfen, was womöglich noch Wochen oder sogar Monate dauern kann. Die Einrichtung des ständigen Euro-Rettungsfonds ESM verschiebt sich damit erheblich, weil Deutschland als größter Nettozahler in der Verantwortung steht und ohne seinen Beitrag der Fonds nicht lebensfähig ist. Für das erste Hilfspaket für die spanischen Banken in Höhe von 30 Milliarden Euro sollte sich allerdings nichtsändern, da dieser Betrag noch aus den Mitteln des EFSF bezahlt wird. Der Anleihemarkt in Spanien reagierte mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachrichten, die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe fiel um 23 Basispunkte auf 6,50 Prozent. Von der Flucht in Sicherheit profitiert weiterhin der Schuldner Deutschland. Die Rendite der am Vormittag emittierten zehnjährigen Anleihe der Bundesrepublik Deutschland fiel auf das Rekordtief von 1,31 Prozent, womit der bisherige Tiefststand von 1,47 Prozent unterboten wurde. Für viele Experten erscheint eine Investition in deutsche Staatsanleihen auch bei den aktuell niedrigen Renditen noch sinnvoll. ;Obwohl sich die Erträge auf Rekordtief bewegen, raten wir aus grundlegendenÜberlegungen heraus bei Kursrücksetzern weiterhin zum Kauf von Bundesanleihen. Es gibt keine fundamentalen Fortschritte bei der Bewältigung der Eurokrise;, argumentieren die Analysten der Citigroup.
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