Für den deutschen Aktienmarkt hat sich am
Donnerstag zunächst eine schwächere Eröffnung abgezeichnet. Der
X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex
stand gegen 8.05 Uhr um 0,54 Prozent tiefer bei 6.418
Punkten. Am Vortag hatte sich der Leitindex noch vorsichtig weiter
erholt und den zweiten Tag in Folge etwas zugelegt.
Die US-Notenbank Fed habe keine Signale für eine unmittelbar
bevorstehende, weitere Lockerung der Geldpolitik gegeben und das
belaste die Börsen etwas, sagte Analyst Cameron Peacock von IG
Markets. Am Vorabend hatte die US-Notenbank das Protokoll ihrer
jüngsten Sitzung veröffentlicht. Der Eurokurs sank daraufhin
zeitweise auf ein neues Zweijahrestief und verharrte seither auf
niedrigem Niveau. Die Vorgabe ist negativ: Der Future auf den
US-Leitindex Dow Jones verlor 0,56 Prozent seit dem
Xetra-Schluss am Vortag. Vor weiteren Daten zum Wirtschaftswachstum
in China vor dem Wochenende dürften Anleger weiter vorsichtig
agieren.
BAYER WILL RECHTSSTREIT IN USA BEILEGEN
Auf Unternehmensseite sorgte unter anderem Bayer für
Gesprächsstoff: Der Chemie- und Pharmakonzern will mit der Zahlung
von 15 Millionen Dollar (12,3 Mio Euro) einen seit fast vier Jahren
laufenden Rechtsstreit um Aspirin aus der Welt schaffen.
US-Verbraucher hatten moniert, dass Bayer sein altbekanntes
Kopfschmerzmittel mit einem Zusatz angereichert und unter neuem
Namen verkauft habe, ohne dafür eine Zulassung der
US-Gesundheitsbehörde FDA zu besitzen. Sie reichten eine Sammelklage
ein. Ein Händler erwartet aber keinen großen Kurseinfluss der
Meldung und wertet diese "Neutral". Vorbörslich bei Lang & Schwarz
(L&S) gaben die Papiere um knapp ein Prozent nach.
BMW blieben mit einem Abschlag von 0,33 Prozent
vorbörslich eher unauffällig. Konzernchef Norbert Reithofer sieht
den Autobauer in einem Interview mit dem "Handelsblatt" auf
Rekordkurs. Ein Börsianer wertet das als "Bestätigung" und sieht
keinen starken Neuigkeitswert in den Aussagen. Der Aktienkurs sollte
nicht sonderlich bewegt werden.
Etwas stärker als der Markt bewegten sich die Aktien von
Rhön-Klinikum bei L&S abwärts. Nach einem Bericht der
"Financial Times Deutschland" dürfte ein erneuter Übernahmeversuch
des Krankenhausbetreibers durch Fresenius noch schwieriger
werden. Nun habe auch der viertgrößte private deutsche
Klinikbetreiber Sana Kliniken Anteile an der Kette aufgekauft,
berichtete das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise. Eine
Sana-Sprecherin habe der Zeitung lediglich gesagt: "Zum Thema
Aktienaufkäufe äußern wir uns nicht." Sie habe aber betont: "Sana
Kliniken versteht sich als ein Konsolidierer in der Branche." Die
endgültigen Zahlen von Südzucker sind laut ersten
Händlerkommentaren am Donnerstag wie erwartet ausgefallen. Bei L&S
präsentierte sie die Aktie zuletzt mit einem moderaten Abschlag von
0,07 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt./rum/ag
ISIN DE0008469008
AXC0030 2012-07-12/08:19