Von Andreas Plecko
Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht den Wirtschaftsausblick für die Eurozone mit Abwärtsrisiken behaftet. Die Risiken ergeben sich "insbesondere aus einer erneuten Verstärkung der Spannungen an einigen Finanzmärkten des Euroraums und deren möglichem Übergreifen auf die Realwirtschaft des Euro-Währungsgebiets", heißt es im Editorial des Monatsberichts für Juli. Zudem sei das Wirtschaftswachstum im Euroraum weiterhin schwach und eine erhöhte Unsicherheit belaste das Vertrauen und die Stimmung.
Das Editorial des Monatsberichts entspricht in der Regel den Einleitenden Bemerkungen des EZB-Präsidenten zu Beginn der Pressekonferenz, bei der er den jüngsten Zinsbeschluss erläutert. In der vergangenen Woche hatte der EZB-Rat im Kampf gegen Rezession und Schuldenkrise im Euroraum eine historische Zinssenkung beschlossen. Erstmals in der Geschichte der Währungsunion wurde der Leitzins, zu dem sich die Banken bei der EZB Geld leihen können, auf unter ein Prozent gesenkt. Der Einlagensatz, zu dem die Banken ihr Geld bei der EZB "parken" können, wurde sogar auf null gesetzt.
"Über die geldpolitisch relevante Frist hat der Inflationsdruck weiter nachgelassen, da einige der zuvor identifizierten Abwärtsrisiken für die Wachstumsaussichten des Euro-Währungsgebiets zum Tragen kamen", heißt es im Monatsbericht weiter. In Übereinstimmung hiermit sei die Grunddynamik der monetären Expansion nach wie vor verhalten.
Über die kurze Frist hinaus betrachtet rechne der EZB-Rat damit, dass sich die Wirtschaft im Eurogebiet allmählich erhole, wenngleich die Dynamik durch eine Reihe von Faktoren gedämpft werden dürfte. Insbesondere sei zu erwarten, dass die Wachstumsdynamik durch Spannungen an einigen Staatsanleihemärkten im Euroraum und deren Einfluss auf die Kreditvergabebedingungen, der Bilanzanpassungen der Firmen und die bereits hohe Arbeitslosigkeit belastet werde.
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July 12, 2012 04:16 ET (08:16 GMT)
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