Die Märkte in Europa bleiben die Sorgenkinder der Automobilindustrie: Während die meisten Weltregionen im Juni deutliche Absatzsteigerungen verzeichneten, konnten die Autohersteller in Europa mit 1,25 Millionen Fahrzeugen 1,7 Prozent weniger Käufer für den Erwerb eines Neuwagens gewinnen. Immerhin ebbt der Abwärtstrend in Europa ab, denn in den ersten sechs Monaten lag das Minus bei den Absatzzahlen noch bei 6,3 Prozent. Im Juni wirkte insbesondere die positive Nachfrage auf dem deutschen und britischen Markt stabilisierend.
Die wichtigen internationalen Märkte außerhalb Europas wiesen im Juni durchgängig zweistellige Zuwachsraten auf. "Der Welt-Pkw-Markt ist weiter auf Wachstumskurs", sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Allein in den USA und in Japan wurden im ersten Halbjahr 2012 jeweils rund 1 Million Autos mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der chinesische Markt legte um rund 500.000 Einheiten zu. Damit wird der Rückgang in Westeuropa deutlich überkompensiert."
Im Juni kam der Autoabsatz in den USA auf ein Plus von 22 Prozent auf 1,28 Millionen, China legte um 15,6 Prozent auf 1,1 Millionen zu und Japan sogar auf knapp 47 Prozent auf 432.600 Fahrzeuge.
Nach Angaben des Europäischen Herstellerverbands ACEA war wie schon in den Vormonaten auch im Juni die Kaufbereitschaft vor allem der Kunden in den Krisenländern Südeuropas gedämpft. Im besonders betroffenen Griechenland brachen die Neuzulassungen um gut 43 Prozent ein. Den Ausreißer nach oben bildeten im Juni die Niederlande, dort wurden 52 Prozent mehr Pkw zugelassen als im Vorjahr. Weiterhin kleine Zuwächse verzeichnen Deutschland und Großbritannien.
Gefragt waren im Juni laut ACEA-Statistik vor allem Fahrzeuge von Volkswagen. Mit einem Plus von 4,3 Prozent und insgesamt knapp 301.000 Neuzulassungen liegen die Wolfsburger beim Volumen mit weitem Abstand an der Spitze. Einen Absatzschub verzeichneten die asiatischen Hersteller. Bei Toyota wuchs der Absatz um rund ein Fünftel, Hyundai und Kia kamen sogar auf nahezu ein Viertel mehr Neuzulassungen. Zu Ladenhütern entwickelten sich hingegen die Fahrzeuge von Ford und Fiat.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/jhe/sha/bam/kla
(END) Dow Jones Newswires
July 17, 2012 02:05 ET (06:05 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.