Enttäuschte Hoffnungen auf
Konjunkturhilfen der US-Notenbank haben Europas Börsen am Dienstag
ihre Gewinne gekostet. Auch der Euro rutschte etwas ab.
Der EuroStoxx 50 schloss 0,05 Prozent tiefer bei 2.250,75
Punkten und knüpfte damit an die negative Vortagsentwicklung an. In
Paris sank der CAC 40 um 0,09 Prozent auf 3.176,97
Punkte. Der Londoner FTSE 100 verlor deutlichere 0,59
Prozent auf 5.629,09 Punkte, wofür auch die Abschläge bei den schwer
gewichteten Bergbaukonzernen verantwortlich waren. Dagegen schaffte
der Madrider Ibex-35-Index , der am Vortag knapp zwei
Prozent eingebüßt hatte, ein Plus von 0,40 Prozent auf 6.558,20
Punkte.
US-Notenbankchef Ben Bernanke hält sich bedeckt, was eine
weitere geldpolitische Lockerung angeht. In seiner halbjährlichen
Rede vor dem amerikanischen Kongress betonte Bernanke zwar abermals
die grundsätzliche Handlungsbereitschaft der Fed, nannte jedoch
keine Details zu möglichen Maßnahmen, mit denen die schwächelnde
US-Wirtschaft angeschoben werden könnte. "Bernanke hat vielmehr
seine in der vorletzten Woche gemachten Aussagen wiederholt", sagte
Ulrich Wortberg Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen
(Helaba). "Viele Markteilnehmer haben hier offensichtlich mehr
erwartet." Freundliche Signale kamen hingegen von den jüngsten
US-Wirtschaftsdaten. Dazu konnten einige amerikanische Unternehmen
mit ihren Quartalsberichten überzeugen.
Aus Branchensicht schnitten Aktien aus dem Chemie- und Konsumgütersektor am besten ab: Die entsprechenden
Subindizes im Stoxx Europe 600 stiegen um 0,57 beziehungsweise 0,16
Prozent. Dagegen verloren die Technologiewerte mit minus
1,35 Prozent am deutlichsten. Die Citigroup hatte die Kursziele für
eine Reihe von Chipherstellern reduziert und dies mit einer
konjunkturbedingt rückläufigen Nachfrage begründet. Auch für den
Rohstoffsektor sah es mit Abschlägen von 1,10 Prozent
nicht rosig aus.
Unter den Einzelwerten stachen Alcatel-Lucent hervor. Nach einer Gewinnwarnung brachen die Papiere am
CAC-Ende um 19,75 Prozent auf 0,91 Euro ein und trugen somit zur
schwächeren Tendenz im Technologiesektor bei. Der französische
Netzwerkausrüster hatte im zweiten Quartal einen bereinigten
operativen Verlust von rund 40 Millionen Euro verbucht. Daher sei
die bisher für 2012 angestrebte bereinigte operative Gewinnmarge
nicht mehr erreichbar. Etliche Analysten revidierten ihre
Anlageempfehlungen und Kursziele für die Aktie nach unten.
Für die Aktien von Yara International ging es indes nach guten
Zahlen eines Konkurrenten um knapp zwei Prozent hoch. Der
US-Düngemittelhersteller Mosaic hatte sich im vierten
Geschäftsquartal besser geschlagen als erwartet und die Dividende
verdoppelt./gl/he
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 EU0009658160
AXC0219 2012-07-17/18:21