EZB-Direktor Jörg Asmussen sieht neue Gefahren für den Euro, falls das Bundesverfassungsgericht den Euro-Rettungsschirm ESM ablehnt. Wie er dem Magazin stern sagte, würde dann "ein ganz wichtiges Krisenbewältigungsinstrument fehlen". Er wolle den unabhängigen Richtern keinen Ratschlag erteilen, sagte Asmussen, aber bei einem negativen Urteil "wäre der ESM in der geplanten Form gescheitert".
Im dem Interview sorgt sich Asmussen auch um den Zusammenhalt in der Europäischen Union. "Es gibt eine wahrgenommene Nord-Süd-Spaltung wie ich es in den vergangenen 10 bis 15 Jahren noch nicht erlebt habe. Wir müssen davon schnell wieder wegkommen", sagte Asmussen. Er sieht Europa an einem "Scheideweg". Entweder würden die Staaten weitere Politikfelder integrieren und nationale Macht abgeben oder Europa würde sich auseinander entwickeln. "Es gibt nur noch diese beiden Möglichkeiten. Eine dauerhafte Instabilität können wir uns nicht leisten", so Asmussen weiter.
Der Notenbanker forderte die deutsche Regierung auf, weitere Reformen anzupacken. "Es wäre aber gut, wenn nicht der Eindruck entstünde, dass Deutschland nur von den anderen fordert, sich zu reformieren. Das muss für einen selber auch gelten", sagte Asmussen. Derzeit profitiere das Land "ganz stark" von den Folgen der Agenda 2010, es gebe aber "noch ganz viel zu tun". Asmussen verwies darauf, dass Migranten zu wenig in den Arbeitsmarkt integriert seien und das Steuersystem nicht besonders modern sei. "Man darf sich nicht ausruhen", betonte Asmussen.
DJG/chg
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July 18, 2012 05:28 ET (09:28 GMT)
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