Die Ölpreise haben nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den weltweit größten Ölverbrauchsregionen USA und China ihren Höhenflug vorerst gestoppt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober kostete am Freitagmittag 114,69 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Das Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) verbilligte sich um 33 Cent auf 95,94 Dollar.
Der Preis für US-Rohöl ist seit dem Drei-Monatshoch vom Vortag mehr als zwei Dollar abgerutscht. An den Ölmärkten seien die konjunkturellen Sorgen um die USA und China in den Vordergrund getreten, hieß es von Händlern. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten am Vortag schwache Konjunkturdaten veröffentlicht. Zudem zeichneten sich keine Fortschritte bei der Lösung der Euro-Schuldenkrise ab.
Rohstoffexperten der Commerzbank sehen im aktuellen Preisrückgang aber vorerst keine Trendwende an den Ölmärkten. Die Spekulationen auf ein erneutes Öffnen der Geldschleuse durch die US-Notenbank zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft dürften einem weiteren Preisrückgang beim Öl entgegenstehen, hieß es in einer Einschätzung.
Außerdem sieht die Commerzbank noch weitere Preistreiber an den Ölmärkten: Im Nahen Osten könnte der Atomstreit mit dem Ölförderland Iran eskalieren. Außerdem hatten die USA zuletzt mit einem Militärschlag gegen Syrien gedroht. Zudem bedrohe erneut ein Tropensturm die Ölförderanlagen vor der Südküste der USA, so die Commerzbank-Experten.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) legte zuletzt hingegen weiter zu. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 113,56 US-Dollar. Das sind 1,36 Dollar mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jkr/bgf
AXC0086 2012-08-24/12:25
