Die Schuldenkrise Europas steht wieder im Rampenlicht und verhagelt den Investoren in Asien zum Wochenauftakt die Laune. Dabei richtet sich das Augenmerk auf Griechenland, dem im September einmal wieder die Staatspleite drohen könnte. Das zumindest lassen Meldungen vom Wochenende befürchten, nach denen der Internationale Währungsfonds dem Land wegen Verzugs bei den verabredeten Reformen den Geldhahn zudrehen will.
Dazu gesellen sich die Sorgen um die Refinanzierungsfähigkeit Spaniens, dessen Renditen für zehnjährige Staatsanleihen am Freitag auf das Rekordhoch von 7,24 Prozent gestiegen sind. Unter anderem hatte die spanische Regierung die Wachstumsziele für 2013 kassiert und eine anhaltende Rezession in Aussicht gestellt.
An den asiatischen Aktienbörsen geht es abwärts, vor allem Finanzwerte und Zykliker haben das Nachsehen. In Tokio fällt der Nikkei um 1,3 Prozent auf 8.557 Punkte, für den Kospi in Seoul geht es um 2,1 Prozent auf 1.785 Zähler abwärts. Belastet von einem Kursverlust beim Indexschwergewicht HSBC von fast 5 Prozent sackt der HSI in Hongkong gar um 2,6 Prozent auf 19.125 Stellen ab.
Der Euro notiert zum US-Dollar auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren bei 1,2112 Dollar. Am Freitag wurden noch 1,2158 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt.
Unter Druck stehen auch die "Risikowährungen" der Region sowie der Ölpreis und andere Rohstoffnotierungen. Der Australische Dollar kostete im frühen Geschäft noch 1,0320 US-Dollar, verglichen mit 1,0404 im späten Handel am Freitag. Die Flucht in "sichere Anlagehäfen" stützt indes den Yen und die japanischen Staatsanleihen, deren Renditen sinken.
"Das ist keine der Situationen, wo die Sorgen einfach wieder vergehen. Der Hilfsumfang, den Spanien benötigen wird, dürfte angesichts der zunehmenden Finanzierungsprobleme bei den Regionalregierungen des Landes anwachsen", warnt Analyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities in Japan.
"Wir gehen davon aus, dass die Marktspannungen weiter anhalten werden. So lange die Europäische Zentralbank nicht einschreitet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien nach weiteren Hilfen fragen wird - etwa in Form von Anleihekäufen durch den Euro-Rettungsschirm EFSF", fügt ein Stratege von Barclays Capital hinzu.
Bankenwerte zählen im gesamten asiatischen Raum zu den größten Verlierern. In Seoul fallen die Papiere von KB Financial um 3,3%, in Schanghai geben die Aktien der China Merchants Bank um knapp frei Prozent nach. Am japanischen Aktienmarkt büßen die Papiere der Großbanken Mitsubishi UFJ Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial Group jeweils rund 1,4 Prozent ein.
Unter den Einzelwerten geben Suzuki Motor in Tokio um fast zwei Prozent nach. Nach den schweren Ausschreitungen in einer Fabrik der indischen Tochter Maruti Suzuki in der Nähe von Neu Delhi in der vergangenen Woche sei es unklar, wann die Produktion in dem Werk wieder aufgenommen werden könne, heißt es am Markt.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.135,20 -1,50% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.556,72 -1,31% 08.00 Kospi (Seoul) 1.785,17 -2,07% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.143,65 -1,15% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 19.125,09 -2,63% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.988,90 -0,88% 11.00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 10.25 Uhr EUR/USD 1,2115 -0,0% 1,2119 1,2268 EUR/JPY 94,7355 -0,4% 95,0844 96,4342 USD/JPY 78,1950 -0,3% 78,4580 78,6000 USD/KRW 1142,7500 0% 1142,7500 1140,0800 USD/CNY 6,3737 0% 6,3737 6,3735 AUD/USD 1,0319 -0,4% 1,0358 1,0420
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July 23, 2012 01:06 ET (05:06 GMT)
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