Die gegenwärtige Krise sei von existenzieller Bedeutung für Europa, so Blair. "Der Konstruktionsfehler beim Euro ist nun deutlich zu sehen." Für Deutschland sei das Dilemma offensichtlich. Blair: "Den Euro jetzt aufzugeben, wäre eine Katastrophe; und zwar wirtschaftlich, nicht nur politisch. Um aber die Währungsunion zu retten, verlangt man Deutschland ab, Rettungsschirme zu finanzieren, eine eigene Inflation herbeizuführen und für die Schulden jener Länder einzustehen, die die notwendigen Reformen nicht umgesetzt haben."
Es sei nicht verwunderlich, dass die Menschen in Deutschland dies nur ungern täten. Die bisherigen Rettungsbemühungen seien allseits unzureichend, so Blair weiter. "Was Europa jetzt braucht, ist eine politische Übereinkunft, in der alle notwendigen Entscheidungen getroffen werden, um den Euro zu festigen. Deutschland muss einer Form der Vergemeinschaftung von Schulden zustimmen, wie etwa von den fünf Wirtschaftsweisen vorgeschlagen, und gleichzeitig steuerliche Anreize in Aussicht stellen, die dann auch umgesetzt werden." Krisenländer wiederum müssten Reformen zustimmen und diese über präzise und glaubhafte Programme mit einem genauen Zeitplan umsetzen, forderte der ehemalige britische Premierminister.