Vergleicht man die Entwicklung der Aktie der Erste Group Bank innerhalb des letzten Jahres mit der Entwicklung des Gesamtmarktes, gibt es für die Bankaktionäre keinen Grund zum Jubeln. Während der ATX bereits ganze 27 Prozent verliert, liegen die Kursverluste der "Ersten" mit 56 Prozent doppelt so hoch. Wiederholt man allerdings diese historische Betrachtung mit dem Fokus auf die letzten sechs Monate, wird das Bild schon deutlich freundlicher. ATX und Erste Group Bank liegen fast gleichauf mit einem Minus von fünf bzw. acht Prozent. Wer daraus schließt, dass die größte österreichische Bank ihre Tiefststände nun hinter sich lässt und einen Stabilisierungskurs einschlägt, kann über ein Investment in eine Aktienanleihe auch in einem Seitwärtsmarkt attraktive Kupons vereinnahmen. Sollte die Aktie jedoch weiter nachgeben, erfolgt die Lieferung der Aktien. Das Investment kann dann als limitierter Kaufauftrag angesehen werden.
10,75 Prozent Kupon bei einem Basispreis in Höhe des aktuellen Aktienkurses
Der Schlusskurs der Erste Group Bank vom 17.08.12 wird als Basispreis für die Aktienanleihe (ISIN: AT000B007281) herangezogen; aktuell kann er mit 14,20 Euro angenommen werden. Dividiert man den Nominalwert der Anleihe von 1.000 Euro durch diesen Basispreis, so ergibt sich ein Bezugsverhältnis von 70,42 Aktien.
Sofern am finalen Bewertungstag, dem 14.08.13, eine positive Kursentwicklung zu verzeichnen ist - d.h. die Aktie handelt oberhalb des Basispreises - erzielen Anleger die Maximalrendite von 10,15 Prozent p.a. (unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlages von 0,5 Prozent). Die Anleihegläubiger erhalten sowohl den Kupon in Höhe von 10,75 Prozent als auch den Nominalbetrag. Andernfalls - der Aktienkurs liegt unterhalb des Basispreises - kommt es zwar ebenfalls zur Kuponzahlung in gleicher Höhe, anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes tritt jedoch die Tilgung durch Lieferung von Aktien der Erste Group Bank.
Deren Anzahl ist durch das Bezugsverhältnis bestimmt. Liegt der Aktienkurs etwa bei 13 Euro, so verlieren Investoren zwar 84,50 Euro (1,20 Euro x 70,42 Aktien) über die Aktien, nach Gegenrechnung der Kuponzahlung verbleibt aber noch immer ein Gewinn von etwa 23 Euro. Erst bei Kursen unter 12,75 Euro drohen Verluste, welche die Zinseinnahmen übersteigen.
ZertifikateReport-Fazit: Da der Basispreis auf Höhe des aktuellen Handelsniveaus liegt, richtet sich die Aktienanleihe an Anleger, die eine eindeutig positive Markteinschätzung bezüglich der Entwicklung der Erste Group Bank-Aktie vorhalten. Der Risikopuffer in Form und Höhe des Kupons mildert die Risiken eines Direktinvestments leicht ab; ein solches wäre bei Kursen über 15,64 Euro rentabler.
Autor: Thorsten Welgen
Quelle: zertifikatereport.de
