Überraschend gute Daten vom US-Arbeitsmarkt und dem Dienstleistungssektor treiben die US-Aktienmärkte am Freitag auf die höchsten Stände seit drei Monaten. Zudem stützen positive Vorgaben von den europäischen Börsen. Dort ist die Enttäuschung über die Europäische Zentralbank (EZB) inzwischen der Interpretation gewichen, dass Draghi mit seiner Forderung nach Vorleistungen von der Politik clever gehandelt habe. Die EZB hatte am Donnerstag wider Erwarten keine konkreten Maßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise in der Eurozone angekündigt, was die Aktienkurse weltweit unter Druck brachte.
In das positive Bild passen denn auch ermutigende Konjunkturdaten aus Europa sowie am Nachmittag aus den USA. Dort ist die Zahl der Beschäftigten im Juli mit plus 163.000 fast doppelt so stark gestiegen wie erwartet. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass die auf anderem Wege ermittelte Arbeitslosenquote leicht auf 8,3 Prozent gestiegen ist. "Das ist ein seltener Sonnenstrahl in einem ansonsten eher düsteren Ausblick", sagt Jim Dunigan von PNC Wealth Management.
Daneben hat die Aktivität im Dienstleistungssektor der USA im Juli überraschend zugenommen. Der ISM-Index für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe stieg um 0,5 Punkte auf 52,6 Punkte, während Volkswirte einen leichten Rückgang erwartet hatten.
Der Dow-Jones-Index gewinnt zwei Prozent auf 13.131 Punkte und notiert damit so hoch wie seit Anfang Mai nicht mehr. Der S&P-500 steigt um 2,1 Prozent und der Nasdaq-Composite um 2,3 Prozent.
Am Devisenmarkt zieht der Euro nach dem Kurssturz vom Vortag fast genauso steil wieder an. Notierte er am Morgen noch unter 1,22 US-Dollar, hat er jetzt fast die Marke von 1,24 Dollar erreicht und handelt bei 1,2391 Dollar. Auch der Ölpreis erholt sich kräftig: Ein Barrel Leichtöl der Sorte WTI zur Lieferung im September verteuert sich um vier Dollar auf 91,14 Dollar.
Sichere Investments wie US-Staatsanleihen sind in diesem Umfeld nicht gefragt. Auch die Kursrally in italienischen und spanischen Anleihen mindert die Nachfrage nach US-Treasurys. Im Zuge deutlich fallender Kurse der US-Bonds steigt die Rendite zehnjähriger Treasurys um zehn Basispunkte auf 1,58 Prozent.
In den USA kommen dazu überzeugende Quartalsberichte bedeutender Unternehmen wie Procter & Gamble oder Kraft Foods. Beide haben mit ihren Ergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Procter & Gamble hat zwar einen eher pessimistischen Ausblick auf das laufende Quartal gegeben, dafür aber einen Aktienrückkauf im Volumen von vier Milliarden Dollar angekündigt. Das lässt den Kurs um 3,4 Prozent zulegen. Die Aktien von Kraft Foods gewinnen 4,2 Prozent.
Die Aktien von LinkedIn verteuern sich um gut elf Prozent. Sie profitieren davon, dass sich das soziale Netzwerk für das laufende Jahr höhere Ertragsziele gesetzt hat. Der Gewinn im zweiten Quartal deckte sich mit den Analystenschätzungen, während der Umsatz darüber lag.
Knight Capital Group erholen sich nach dem massiven Kurssturz der vergangenen beiden Tage, der sie drei Viertel ihres Wertes gekostet hat. Jetzt geht es um 33 Prozent aufwärts. Auf den Broker kommen wegen technischer Probleme im eigenen elektronischen Handelssystem wohl Verluste von 440 Millionen Dollar zu. Analysten befürchten, dass er auch wegen des verlorenen Vertrauens bei Kunden vor dem Bankrott steht.
INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 13.130,98 1,96 252,10 S&P-500 1.394,16 2,14 29,16 Nasdaq-Comp. 2.975,47 2,26 65,70 Nasdaq-100 2.683,33 2,20 57,81 DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.35 Uhr Do, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2390 1,60% 1,2194 1,2151 EUR/JPY 97,3652 2,03% 95,4320 95,0225 EUR/CHF 1,2015 0,00% 1,2015 1,2012 USD/JPY 78,6060 0,45% 78,2515 78,2450 GBP/USD 1,5644 0,78% 1,5523 1,5500
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August 03, 2012 12:11 ET (16:11 GMT)
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