Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat mehr Zurückhaltung bei der Diskussion um höhere Strompreise im Zuge der Energiewende gefordert. "Die neuen Zahlen liegen am 15. Oktober vor, bis dahin sollten sich alle zurückhalten", sagte Altmaier nach einem Treffen mit der SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Neustrelitz. Bisherige Preiserhöhungen gingen auf gestiegene Erdöl- und Erdgaspreise zurück, nicht auf den höheren Anteil erneuerbarer Energien. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte am Mittwoch erklärt, dass die Umlage für die erneuerbaren Energien um weitere 1,5 Cent pro Kilowattstunde steigen müsse, sollten die Pläne der Bundesregierung für mehr Offshore-Windparks verwirklicht werden.
"Ich werde jetzt keine fixe Zahl nennen, aber beide Parteien sind sensibilisiert", sagte Altmaier zur Preisdiskussion. Verbraucher sollen durch bessere Beratung künftig mehr Strom und damit auch Geld sparen können. Mecklenburg-Vorpommern sei ein Verbündeter des Bundes beim Ausbau der Netze, betonten Altmaier und SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering. Zuvor hatte sich Altmaier für den Bau der als dringend notwendig angesehenen Stromtrasse von der Ostsee nach Süden ausgesprochen, damit überschüssiger Strom vom Norden zu den Verbrauchern nach Süden transportiert werden könne.
"Das war ein klares Bekenntnis dafür, dass auch weitere Offshore-Anlagen gebaut werden können", freute sich Sellering. "Ich hätte gern, dass der Umweltminister Altmaier auch gleich der Energieminister des Bundes wäre." Das Energieressort leitet bei der Bundesregierung Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).
Mecklenburg-Vorpommern, dem Altmaier zuvor eine "Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energie" attestiert hatte, wird laut Sellering einen Bundesnetzplan unterstützen, der Anfang 2013 vorliegen soll. In dem Plan soll unter anderem festgelegt werden, wo Windparks auf See entstehen und konzentriert werden, damit auch die Anschlussmöglichkeiten an Land rechtzeitig zur Verfügung stehen. "Wir müssen sehen, wie das insgesamt am besten für den Bund ist, obwohl es unterschiedliche Interessen von Bundesländern gibt", sagte Sellering.
Altmaier kündigte an, dass er weiter über Parteigrenzen hinweg für einen Energiekonsens werben will. Die Energiewende sei vielleicht das größte Projekt seit dem Wiederaufbau in Deutschland. "Die Kernkraftwerke wurden dort gebaut, wo die Industrie ist - die Windkraftwerke sollen dort entstehen, wo die Stromausbeute am größten ist", erklärte Altmaier./ww/DP/wiz
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