Nasse Tage, trockene Kehlen: Das durchwachsene Frühlings- und Sommerwetter hat Getränkeherstellern wie Berentzen und Einbecker im ersten Halbjahr zu schaffen gemacht. Während der Spirituosen-Spezialist aus dem emsländischen Haselünne auch wegen neuer Auslandsinvestitionen deutlich weniger verdiente, konnte das Brauhaus aus Südniedersachsen jedoch gegen den Trend auf dem deutschen Biermarkt weiter zulegen.
Bei Berentzen sank das Ergebnis von Januar bis Juni unterm Strich von rund 3,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf zuletzt 471 000 Euro. Vor Steuern und Zinsen ging der Gewinn von 4,3 auf 1,8 Millionen Euro, der Umsatz von 73,1 auf 70,8 Millionen Euro zurück.
Grund dafür sei einerseits die oft kalte Witterung in den letzten Monaten, die den Absatz der Sparte für alkoholfreie Getränke drückte, hieß es. Hinzu kamen der Ausbau des China- und Indien-Geschäfts, in den Berentzen viel Geld steckte, hohe Rohstoffpreise sowie die nach wie vor rückläufigen Verkäufe in Osteuropa. Vorstandschef Stefan Blaschak sieht im Ausland aber insgesamt große Wachstumschancen.
Der Spirituosen-Absatz zog von 32,8 auf 34,4 Millionen Flaschen zu je 0,7 Litern an. Auch die Wodka-Marke Puschkin entwickelte sich gut.
Die Einbecker Brauerei behielt zur Jahreshälfte dagegen mehr Geld in der Kasse, obwohl der bundesweite Absatz der Bierbranche um 2,4 Prozent leicht schrumpfte. Der Nettogewinn stieg um 12,9 Prozent auf knapp 600 000 Euro, teilte das Unternehmen mit. Die Einbecker Brauhaus AG spürte die Zurückhaltung der Biertrinker ebenfalls, konnte am Ende aber von Ereignissen wie der "bierkonsumfreundlichen Fußball-EM" profitieren. Im Gesamtjahr 2011 hatten die Niedersachsen mit 1,8 Millionen Euro das beste Betriebsergebnis seit 2005 erzielt./jap/DP/wiz
AXC0146 2012-08-10/14:45
