Europas Börsen haben sich am Freitag
mit moderaten Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Belastet
durch unerwartet schwache Außenhandelsdaten aus China wurde damit
der jüngste Aufwärtstrend erst einmal beendet. Der EuroStoxx 50
konnte bis Handelsschluss sein Minus verringern und ging
schließlich mit einem Abschlag von 0,57 Prozent auf 2.423,22 Punkten
aus dem Handel. Wegen der vorhergehenden Rally hat der euopäische
Index damit auf Wochensicht aber noch einen klaren Zuwachs in Höhe
von 2,13 Prozent eingefahren.
In Paris fiel der CAC 40 am Freitag um 0,61 Prozent
auf 3.435,62 Punkte, während der FTSE 100 in London 0,08
Prozent auf 5.847,11 Punkte verlor. Gewinne unter anderem bei
Finanzaktien hielten dort die Abschläge in Grenzen. "Die Daten aus
China haben den Anstoß für Gewinnmitnahmen gegeben", sagte
Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital in London. Die
Schuldenkrise in Europa und die Abkühlung der Weltwirtschaft hatten
das Wachstum der chinesischen Exporte stark belastet. Angesichts der
schwächeren Konjunktur in China hatte sich auch das Importwachstum
verlangsamt.
Innerhalb der europäischen Branchenwertung des Stoxx 600
gehörten die konjunktursensiblen Chemiewerte zu den
größten Verlierern. Sie verloren im Schnitt 0,51 Prozent. Am
deutlichsten ging es für die Nahrungsmittel-Titel nach
unten die im Mittel 0,61 Prozent verloren. Der Transportsektor
führte die Liste mit einem durchschnittlichen Aufschlag
von einem halben Prozent an.
Mit Nachrichten stand derweil der Pharmakonzern Roche im Stoxx Europe 50 im Fokus. Die Firma
erzielte mit ihrem Krebsmittel Avastin bei der Behandlung von
Hirntumoren in einer Studie einen Erfolg. Die Titel, die in der
Spitze bis auf 174,90 Franken gestiegen waren, gingen am Ende mit
einem kleineren Plus von 0,17 Prozent auf 174,40 Franken aus dem
Handel.
Zweitbester Wert im EuroStoxx waren indes die Papiere der
Societe Generale , die um 1,03 Prozent anzogen.
Die französische Großbank trennt sich von ihrer
US-Vermögensverwaltungstochter TCW. Neuer Hauptbesitzer wird der
Finanzinvestor Carlyle Group .
Papiere der britischen Großbank Barclays führten in London den "Footsie" mit einem Aufschlag von knapp
zweieinhalb Prozent an. Damit wurde am Markt die Nachricht positiv
aufgenommen, dass bei dem vom Libor-Skandal erschütterten
Geldinstitut ein ehemaliger Notenbanker einen neuen Chef suchen
soll. Der neue Verwaltungsratsvorsitzende David Walker soll nun als
erstes einen Nachfolger für den zurückgetretenen Robert Diamond
verpflichten.
Bankenwerte standen indes auch am Indexende: Standard Chartered
gaben um 2,68 Prozent nach, und Royal Bank of
Scotland (RBS) verloren 1,42 Prozent. Die Titel
der Bank of Ireland sackten in Dublin um über drei Prozent
ab. Im ersten Halbjahr litt der operative Gewinn des Finanzinstituts
unter sinkenden Margen.
Eine positive Analystenstimme verhalf hingegen den Aktien von
TomTom zu einem Kursplus von eineinhalb Prozent
auf 3,39 Euro. Damit waren sie der Favorit im Amsterdamer Leitindex
AEX . Die Schweizer Großbank UBS hatte die Bewertung der
Titel mit "Neutral" und einem Kursziel von 3,50 Euro wieder
aufgenommen. Zuvor hatte das Votum "Sell" betragen./tav/wiz
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 EU0009658160
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