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MÄRKTE EUROPA/Enttäuschte Hoffnung lässt Börsen im Minus schließen

Von Thomas Leppert

Wie gewonnen, so zerronnen. Am Vormittag profitierte die Börse von der Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank nun doch am Markt der europäischen Staatsanleihen eingreifen könnte. Am Mittag ließ dann ein Dementi aus dem Hause der EZB die an der Börse gesehenen Gewinne wie das sprichwörtliche Eis in der Sonne schmelzen. Am Ende des Tages war aber kein Porzellan zerschlagen: Die Börsen schlossen knapp im Minus. Nach der Rally in der Vorwoche ist dies allerdings kein Beinbruch.

Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Abschlag von 0,2 Prozent bei 2.466 Punkten, nachdem er am Vormittag bei 2.493 ein Tageshoch markiert hatte. Der Dax verlor 0,1 Prozent auf 7.034 Punkte.

Den Vormittagshandel hatte zunächst ein Bericht des Spiegel bestimmt. Dort hieß es, die Europäische Zentralbank erwäge, die Renditedifferenzen von Staatsanleihen innerhalb der Eurozone zu begrenzen. Angeblich solle für die Staatsanleihen jedes Landes ein maximaler Renditeabstand gegenüber Bundesanleihen gelten. Werde dieser überschritten, würde die EZB Staatsanleihen des betreffenden Landes kaufen und die Zinsdifferenz damit verkleinern. Ein solcher Schritt würde Spekulanten tatsächlich ausbremsen. An der Börse wurde diese Idee mit Kursgewinnen honoriert.

Am Mittag dementierte die EZB allerdings den Bericht als "absolut irreführend". In der Folge schmolzen die Kursgewinne bei Anleihen der Südländer dahin und auch die Gewinne am Aktienmarkt lösten sich auf. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus Spanien kamen immerhin um 16 Basispunkte auf 6,22 Prozent zurück.

Wie der Aktienmarkt legte auch der Euro zum Wochenstart eine Berg- und Talfahrt hin. Am Ende des Tages notierte auch er gegenüber dem Dollar bei 1,2344 wenig verändert.

Den schwächsten Sektor am europäischen Aktienmarkt stellten am Montag einmal mehr die Banken. Belastend wirkte sich auf die Finanzwerte aus, dass Griechenland nicht nur mehr Zeit, sondern möglicherweise auch mehr Geld benötigen könnte. Es überrascht daher nicht, dass der Fahrplan des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in dieser Woche sehr voll ist. Am Mittwoch trifft er den Chef der Eurogruppe Juncker, am Freitag trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Samstag in Paris den französischen Präsidenten Hollande. Der europäische Sektor-Index verlor 1,4 Prozent, bei den Einzelwerten gab die Aktie der Societe Generale mit minus 3,6 Prozent überproportional nach.

Auch Rohstoffwerte kamen stärker unter die Räder. Sie litten unter der Nachricht, dass die Immobilienpreise in einigen chinesischen Städten gestiegen sind. "Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die chinesische Notenbank der heimischen Wirtschaft mit weiteren Anreizen unter die Arme greift", sagte ein Händler.

An den Rohstoffmärkten standen ausgewählte Metalle daraufhin unter Druck; so fiel der Preis für Eisenerz auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. An den Börsen gab der Sektor der europäischen Rohstoffwerte um 1,3 Prozent nach. Der Aktienkurs von Xstrata sank um 3,2 und der von Rio Tinto um 1,3 Prozent.

Infineon stellte den größten Verlierer im Dax, seine Notierung gab um 3,8 Prozent auf 5,79 Euro nach. Hier drückte eine Studie der Analysten von J.P. Morgan, die bei Infineon kurzfristig keinen Grund zu Optimismus sehen. Der Aktienkurs sei in Erwartung einer steigenden Endnachfrage seit Juli um rund 18 Prozent gestiegen. Damit rechne die Infineon-Führung aber selbst nicht, sagen die Analysten - das habe ein Treffen mit der Führungsspitze ergeben.

Europäische Schlussindizes vom Montag, 20. August:

=== 
.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2466,32        -5,21        -0,2%           6,5 
.            Stoxx-50        2566,99        -9,36        -0,4%           8,3 
.            Stoxx-600        271,50        -1,33        -0,5%          11,0 
Frankfurt    XETRA-DAX       7033,68        -7,20        -0,1%          19,2 
London       FTSE-100        5825,66       -28,05        -0,5%           4,6 
Paris        CAC-40          3480,58        -7,80        -0,2%          10,2 
Amsterdam    AEX              333,85        -1,92        -0,6%           6,8 
Athen        ATHEX-20         226,82        -4,56        -2,0%         -14,4 
Brüssel      BEL-20          2380,43        -9,28        -0,4%          14,3 
Budapest     BUX                0,00         0,00           0%        -100,0 
Helsinki     OMXH-25         2043,71        -7,81        -0,4%           5,2 
Istanbul     ISE NAT. 30    80419,61      1096,31        +1,4%          30,3 
Kopenhagen   OMXC-20          494,49         0,63        +0,1%          26,8 
Lissabon     PSI 20          4908,72        57,49        +1,2%          -9,6 
Madrid       IBEX-35         7561,00       -91,40        -1,2%         -12,8 
Mailand      FTSE-MIB       14971,88      -152,81        -1,0%          -0,8 
Moskau       RTS             1402,65       -24,59        -1,7%           1,5 
Oslo         OBX              404,31        -4,08        -1,0%          13,1 
Prag         PX               938,90        -9,20        -1,0%           3,1 
Stockholm    OMXS-30         1084,06        -7,40        -0,7%           9,7 
Warschau     WIG-20          2281,86       -31,83        -1,4%           6,4 
Wien         ATX             2081,73       -24,35        -1,2%          10,0 
Zürich       SMI             6506,25       -23,09        -0,4%           9,6 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Mo, 7.45 Uhr  Fr, 18.00 Uhr 
EUR/USD   1,2343   0,10%        1,2331         1,2314 
EUR/JPY  98,0219  -0,04%       98,0630        97,9219 
EUR/CHF   1,2009  -0,02%        1,2012         1,2010 
USD/JPY  79,4090  -0,13%       79,5100        79,5050 
GBP/USD   1,5706   0,08%        1,5694         1,5693 
=== 
Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com 
DJG/thl/reh 
 

(END) Dow Jones Newswires

August 20, 2012 12:31 ET (16:31 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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