Von Gisela Simon
Die Privatwirtschaft des Euroraums ist im August im siebten Monat in Folge geschrumpft, wobei sich die Lage in der Industrie wider Erwarten leicht verbesserte. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes befestigte sich auf 45,3 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit vier Monaten, wie der Informationsdienstleister Markit Economics im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Im Juli hatte der Index bei 44,0 Punkten gelegen. Volkswirte hatten einen nur geringfügigen Anstieg auf 44,1 Zähler prognostiziert.
Im Dienstleistungssektor verstärkte sich dagegen der Rückgang der Geschäftstätigkeit. Der Einkäuferindex für den Servicesektor ging auf 47,5 Punkte zurück von 47,9 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Stand von 47,6 Punkten erwartet.
Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, stellte sich auf 46,6 Zähler und liegt damit den siebten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ökonomen hatten prognostiziert, dass der Gesamtindex auf dem Vormonatsniveau von 46,5 Punkten verharren würde.
Die Wirtschaftsleistung sank in zahlreichen Mitgliedsländern des Euroraums. Während sich in Deutschland die Talfahrt der Privatwirtschaft unerwartet verstärkte, da der Dienstleistungsbereich wieder in den Abschwung rutschte, verlangsamte sich der Abwärtstrend in Frankreich. Außerhalb der beiden Schwergewichtsländer ging es weiter zügig bergab.
Nach den Worten von Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson bekräftigen die Daten die Einschätzung, dass die Eurozone im dritten Quartal wieder in die Rezession abgleiten dürfte. "Hoffnungen, dass Deutschlands wirtschaftliche Stärke dem Aufschwung in der Währungsunion auf die Sprünge helfen wird, wurden angesichts der beschleunigten Talfahrt der Wirtschaft und den hohen Verlusten beim Exportgeschäft zunichte gemacht", sagte Williamson. Frankreichs Wirtschaft dürfte sich immerhin der Stabilisierung annähern. Doch außerhalb der beiden Schwergewichtsländer bleibe die Lage weiter kritisch.
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August 23, 2012 04:19 ET (08:19 GMT)
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