Bei Europas größtem Softwarekonzern SAP laufen die Geschäfte 2012 besser als
erwartet. Die Anleger sind begeistert - auch weil die Aktie das Tempo
mitgeht. Spekulationen zufolge wird die Walldorfer Softwareschmiede noch in
dieser Woche Eckdaten für das dritte Quartal bekannt geben. Treiben die
Daten die Aktie auf ein neues 12-Jahreshoch?
Oracle, Oracle und immer wieder Oracle. Es gab Zeiten, in denen es unmöglich
schien, über SAP zu schreiben, ohne gleichzeitig auf den viel größeren, viel
wachstumsstärkeren und viel erfolgreicheren Erzrivalen aus Amerika
hinzuweisen. Diese Zeiten gehören nun dank Bill McDermott und Jim Hagemann
Snabe der Vergangenheit an.
Besser als erwartet
Die im Frühjahr 2010 eingesetzte Doppelspitze hat sich längst als
Glücksgriff für den Entwickler von Unternehmenssoftware erwiesen und SAP auf
einen stabilen Wachstumskurs zurückgeführt. Jüngste Erfolgsmeldung: Im
zweiten Quartal verdiente SAP unterm Strich 661 Millionen Euro und damit 18
Prozent mehr als im Vorjahr. Die Geschäfte entwickeln sich viel besser als
von Analysten erwartet, die konjunkturbedingt mit kräftigem Gegenwind für
SAP gerechnet hatten. Davon ist bislang nichts zu spüren.
Langfristig auf Kurs
Für 2012 wurden die Ziele für das EBIT von bis zu 5,25 Milliarden Euro
bestätigt. Der Einstieg in mobile Anwendungen und der durch den Kauf von
Ariba forcierte Ausbau der Cloud-Aktivitäten scheinen die goldrichtige
Strategie zu sein, um die hohen Ziele des Duos McDermott/Hagemann Snabe zu
erreichen. Die beiden wollen bis 2015 den jährlichen Umsatz auf 20
Milliarden Euro in die Höhe treiben. Nach Einschätzung von Analysten könnte
das Wachstum sogar noch höher ausfallen. Im Schnitt rechnen die Profis für
2015 bereits mit Erlösen von 21 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie
von 4,29 Euro. An diesen Schätzungen gemessen ist die SAP-Aktie günstig
bewertet.
Vor Q3-Zahlen
Am Markt wird darauf spekuliert, dass SAP noch vor dem offiziellen Termin am
24. Oktober Eckdaten für das dritte Quartal veröffentlichen könnte. DER
AKTIONÄR erwartet die ersten Zahlen bereits am kommenden Donnerstag.
UBS-Analyst Michael Briest rechnet mit soliden Geschäftsergebnissen. Auch
die Auftragspipeline für das vierte Quartal ist seiner Meinung nach gut
gefüllt. Der Abschluss der Ariba-Übernahme dürfte hingegen nur wenig
Einfluss auf die Konzernziele haben. Briest bewertet die Aktie unverändert
mit "Buy" und sieht den Titel bei 58 Euro fair bewertet. Die Deutsche Bank
zeigt sich noch optimistischer. Die Strategen haben ihre Einschätzung für
die DAX-Aktie vor der Quartalsberichtsaison auf "Buy" mit Kursziel 65 Euro
belassen. Etwas vorsichtiger zeigt sich indes Exane BNP Paribas. Deren
Software-Experte Josep Bori erhöhte zwar das Ziel für die Aktie von 47 auf
48 Euro, blieb aber beim Votum "Neutral". Von den Zahlen erwartet er keine
größeren Überraschungen. Das moderat höhere Kursziel sei dem Gewinnbeitrag
der Übernahmen SuccessFactors und Ariba ab dem kommenden Jahr geschuldet.
Luft nach oben
Mit KGV 16 auf Basis der für 2013 erwarteten Gewinne ist die SAP-Aktie zwar
teurer als die von Oracle. Der US-Konzern weist dafür die deutlich
niedrigeren Wachstumsraten auf. Bleiben im dritten Quartal negative
Überraschungen aus, würde langsam das Allzeithoch bei 70 Euro aus dem
"Bubble"-Jahr 2000 ins Visier rücken.
Mehr Informationen, Nachrichten und Empfehlungen finden Sie im Internet
unter www.deraktionaer.de
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum
Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS
/ HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter www.deraktionaer.de +++ (END) Dow Jones NewswiresOctober 08, 2012 09:29 ET (13:29 GMT)
erwartet. Die Anleger sind begeistert - auch weil die Aktie das Tempo
mitgeht. Spekulationen zufolge wird die Walldorfer Softwareschmiede noch in
dieser Woche Eckdaten für das dritte Quartal bekannt geben. Treiben die
Daten die Aktie auf ein neues 12-Jahreshoch?
Oracle, Oracle und immer wieder Oracle. Es gab Zeiten, in denen es unmöglich
schien, über SAP zu schreiben, ohne gleichzeitig auf den viel größeren, viel
wachstumsstärkeren und viel erfolgreicheren Erzrivalen aus Amerika
hinzuweisen. Diese Zeiten gehören nun dank Bill McDermott und Jim Hagemann
Snabe der Vergangenheit an.
Besser als erwartet
Die im Frühjahr 2010 eingesetzte Doppelspitze hat sich längst als
Glücksgriff für den Entwickler von Unternehmenssoftware erwiesen und SAP auf
einen stabilen Wachstumskurs zurückgeführt. Jüngste Erfolgsmeldung: Im
zweiten Quartal verdiente SAP unterm Strich 661 Millionen Euro und damit 18
Prozent mehr als im Vorjahr. Die Geschäfte entwickeln sich viel besser als
von Analysten erwartet, die konjunkturbedingt mit kräftigem Gegenwind für
SAP gerechnet hatten. Davon ist bislang nichts zu spüren.
Langfristig auf Kurs
Für 2012 wurden die Ziele für das EBIT von bis zu 5,25 Milliarden Euro
bestätigt. Der Einstieg in mobile Anwendungen und der durch den Kauf von
Ariba forcierte Ausbau der Cloud-Aktivitäten scheinen die goldrichtige
Strategie zu sein, um die hohen Ziele des Duos McDermott/Hagemann Snabe zu
erreichen. Die beiden wollen bis 2015 den jährlichen Umsatz auf 20
Milliarden Euro in die Höhe treiben. Nach Einschätzung von Analysten könnte
das Wachstum sogar noch höher ausfallen. Im Schnitt rechnen die Profis für
2015 bereits mit Erlösen von 21 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie
von 4,29 Euro. An diesen Schätzungen gemessen ist die SAP-Aktie günstig
bewertet.
Vor Q3-Zahlen
Am Markt wird darauf spekuliert, dass SAP noch vor dem offiziellen Termin am
24. Oktober Eckdaten für das dritte Quartal veröffentlichen könnte. DER
AKTIONÄR erwartet die ersten Zahlen bereits am kommenden Donnerstag.
UBS-Analyst Michael Briest rechnet mit soliden Geschäftsergebnissen. Auch
die Auftragspipeline für das vierte Quartal ist seiner Meinung nach gut
gefüllt. Der Abschluss der Ariba-Übernahme dürfte hingegen nur wenig
Einfluss auf die Konzernziele haben. Briest bewertet die Aktie unverändert
mit "Buy" und sieht den Titel bei 58 Euro fair bewertet. Die Deutsche Bank
zeigt sich noch optimistischer. Die Strategen haben ihre Einschätzung für
die DAX-Aktie vor der Quartalsberichtsaison auf "Buy" mit Kursziel 65 Euro
belassen. Etwas vorsichtiger zeigt sich indes Exane BNP Paribas. Deren
Software-Experte Josep Bori erhöhte zwar das Ziel für die Aktie von 47 auf
48 Euro, blieb aber beim Votum "Neutral". Von den Zahlen erwartet er keine
größeren Überraschungen. Das moderat höhere Kursziel sei dem Gewinnbeitrag
der Übernahmen SuccessFactors und Ariba ab dem kommenden Jahr geschuldet.
Luft nach oben
Mit KGV 16 auf Basis der für 2013 erwarteten Gewinne ist die SAP-Aktie zwar
teurer als die von Oracle. Der US-Konzern weist dafür die deutlich
niedrigeren Wachstumsraten auf. Bleiben im dritten Quartal negative
Überraschungen aus, würde langsam das Allzeithoch bei 70 Euro aus dem
"Bubble"-Jahr 2000 ins Visier rücken.
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Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS
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