"Das ist eine klassische Gewinnwarnung. Man will vermutlich klar Schiff in 2012 machen, um unbelastet in das neue Jahr zu gehen", schätzt Scholz die Situation ein. Dabei sei die Risikovorsorge aber noch nicht komplett abgeschlossen: "Der Libor-Skandal und die Razzia am Mittwoch sind noch nicht abgearbeitet". Das operative Geschäft stuft Scholz als solide ein, zumindest was die Kerngeschäftsfelder betrifft. Etwas was mit dem Kerngeschäft nichts zu tun hat, ist die von vielen genannte "Bad Bank" des Konzerns: "Hier wird alles reingepackt was Verluste und Risiken ausweist. Die Kernkapitalquote soll dadurch hochgefahren werden":
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.
Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.
Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.
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