Die spanischen Banken lösen sich ein kleines Stück weiter vom Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Oktober sanken die Ausleihungen der Geldhäuser bei der EZB gegenüber dem Vormonat um 9,7 Prozent auf netto 341,6 Milliarden Euro. Das zeigen Zahlen, die am Mittwoch von der spanischen Zentralbank veröffentlicht wurden. Es handelt sich um den zweiten Rückgang in Folge.
Dennoch bleibt der angeschlagene Finanzsektor des krisengeplagten Euro-Schwergewichts in hohem Maße auf die Mittelversorgung durch die EZB angewiesen. Das lässt sich deutlich am Vorjahresvergleich erkennen: Im Oktober 2011 standen die spanischen Banken mit lediglich 76 Milliarden Euro bei der EZB in der Kreide. Im August 2012 erreichten die Ausleihungen einen Rekordwert von 388,7 Milliarden Euro.
Spanien leidet unter einer geplatzten Immobilienblase und einer tiefen Rezession. Die Banken sitzen auf einem Berg fauler Hypothekenkredite und haben große Probleme sich Geld bei anderen Instituten zu borgen. Die Regierung in Madrid hat bereits bis zu 100 Milliarden Euro aus europäischen Rettungsfonds zugesichert bekommen, um den maroden Finanzsektor damit zu sanieren./hbr/bgf
AXC0117 2012-11-14/10:37
