
Der Halbleiterhersteller Infineon will die Abhängigkeit von einzelnen Produkten weiter reduzieren. "Wir wollen vom Produkt zum System", sagte der ab Anfang Oktober an der Unternehmensspitze stehende Reinhard Ploss der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Donnerstagausgabe). "Soll heißen: Wir liefern nicht nur einen Chip, sondern das ganze Biotop drum herum." Der Nachfolger von Peter Bauer, der wegen einer Krankheit aus dem Amt scheidet, sieht mit diesem Ansatz vor allem im Industriegeschäft noch viel Potenzial. Um die Ziele zu erreichen, sei kein weiterer Konzernumbau notwendig. Es müssten allerdings Prozesse in der Produktentwicklung ebenso wie im Vertrieb und Marketing angepasst werden. "Ziel ist, das Geschäft der Kunden besser und früher
zu verstehen, Trends schneller zu erkennen" , sagte Ploss. "Und dann Lösungen anzubieten, die überzeugen." Der neue Chef will dies vorantreiben und rechnet damit, dass dies zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird. "Es wird ein evolutionärer, kontinuierlicher Prozess." Nach vielen Jahren mit teils drastisch hohen Verlusten, Sparprogrammen und Umbauten sei Infineon jetzt gut aufgestellt, um auf die Lage an den Märkten reagieren zu können.