Die angespannte Lage der europäischen Wirtschaft drückt am Montag auf die Kurse an den asiatischen Börsen. An den Kursabschlägen ändern auch die ermutigenden Arbeitsmarktdaten aus den USA wenig. Im Fokus steht die Börse in Schanghai, die nach einer langen Feiertagsunterbrechung wieder ihren Handel aufnahm. In Japan wird wegen des "Tags der Gesundheit und des Sports" nicht gehandelt.
Der Shanghai Composite Index verliert 0,8 Prozent in einem volatilen Handel. Die Börse reagiert damit auf die schwachen einheimischen Einkaufsmanagerdaten aus der vergangenen Woche, die der Markt bisher feiertagsbedingt nicht verarbeiten konnte. Das chinesische Börsenbarometer hatte gegen Ende September ein Mehrjahrestief markiert, konnte sich aber an den letzten Handelstagen des Monats wieder erholen.
In Hongkong bröckelt der Hang-Seng-Index um 0,6 Prozent ab. Einzelhändler und Telekommunikationstitel geben den Abwärtstrend vor. Esprit verlieren 0,8 Prozent und China Mobile 1 Prozent. An beiden Märkten herrscht Unsicherheit über die Entwicklung in Europa. Besonders die Frage, ob Spanien ebenfalls unter den Rettungsschirm schlüpfen muss, hängt wie ein Damoklesschwert über dem Markt. Der positive Arbeitsmarktbericht aus den USA kann dem Markttrend kaum etwas entgegen setzen. Am Freitag kamen Daten heraus, die zeigen, dass in der größten Volkswirtschaft der Welt die Arbeitslosenquote im September mit 7,8 Prozent so niedrig war wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.
"Obwohl die Arbeitsmarktdaten die Leute überraschten, sind die Märkte durch das abgefackelte Strohfeuer der quantitativen Lockerungen geprägt. Wir brauchen andere Kurstreiber, die dem Handel wieder Kursimpulse nach oben geben", sagt Tim Schroeder, Fondsmanager bei Pengana Capital in Melbourne.
Der Euro kann sich nicht über der Marke von 1,30 US-Dollar halten und verliert bei einem Kurs von 1,2988 Dollar damit wieder einiges an Boden. Gegenüber dem Yen notiert der Greenback so gut wie unverändert bei 78,66 Yen. Im asiatisch-pazifischen Raum dürften an der Börse diese Woche der australische Arbeitsmarktbericht und die chinesischen Handelsstatistiken eine zentrale Rolle spielen. Gerade die Daten aus China dürften Aufschluss über den Gesundheitszustand der größten asiatischen Volkswirtschaft geben.
Der australische S&P/ASX sinkt um 0,4 Prozent. Die Aktien der größten Minenunternehmen notieren ebenfalls etwas leichter: Rio Tinto sinken um 0,2 Prozent und BHP Billiton um 0,5 Prozent.
Aktien der Bank of Queensland fallen nach mehreren Abstufungen durch Wertpapierhäuser um 4,9 Prozent. Schätzungen zufolge könnte das Geldhaus die erste australische Bank seit 20 Jahren sein, die einen Verlust für ein Gesamtjahr ausweisen muss. Der südkoreanische Kospi gibt 0,7 Prozent ab. Papiere des Indexschwergewichts Samsung bröckeln dabei um 0,2 Prozent ab.
Der Druck auf die Ölpreise dauert an: Das Barrel der Sorte WTI verbilligt sich um 0,4 Prozent auf 89,48 US-Dollar. Am Freitag war das schwarze Gold um 2 Prozent gefallen. Papiere der Ölfirmen folgen dem Rohstoff: In Hongkong sacken Cnooc um 0,9 Prozent, in Australien Aurora Oil & Gas um 1,1 Prozent und in Seoul Sk Innovation um 1,8 Prozent ab.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.478,60 -0,35% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) Geschlossen 08.00 Kospi (Seoul) 1.981,83 -0,67% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.070,52 -0,75% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 20.879,40 -0,63% 10.00 Straits-Times (Singapur) 3.087,68 -0,65% 11.00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 12.41 Uhr EUR/USD 1,2988 -0,3% 1,3023 1,3011 EUR/JPY 101,9988 -0,4% 102,4444 102,0853 USD/JPY 78,5250 -0,2% 78,6650 78,4550 USD/KRW 1110,4200 -0,2% 1110,4200 1110,1000 USD/CNY 6,2845 0% 6,2845 6,2845 AUD/USD 1,0163 -0,0% 1,0167 1,0248
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October 08, 2012 01:01 ET (05:01 GMT)
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