Von Thomas Leppert
Es hatte sich bereits die vergangenen Tage angekündigt, nun ist es offiziell: Die Fusion zwischen EADS und der britischen BAE Systems findet nicht statt. Zu groß waren die Bedenken aus Politik und Aktionärsreihen. Ansonsten bestimmte der holprige Start in die Berichtssaison das Geschehen an den Börsen. Auch wenn Alcoa gutes Geld verdient hat, belastet der Ausblick die Stimmung an der Börse. Für den DAX ging es um 0,4 Prozent auf 7.205 Punkte nach unten. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,6 Prozent auf 2.457 Punkte nach.
Die Fusion zum weltgrößten Luftfahrt- und Rüstungskonzern ist gescheitert - EADS und BAE haben den Milliardendeal abgeblasen. Grund seien unüberbrückbare politische Differenzen, teilte die britische Rüstungsschmiede BAE Systems mit. Die Regierungen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten sich in den Gesprächen als zu großer Hemmschuh erwiesen.
Den Aktionären der EADS hat der Fusionsversuch bisher nur geschadet. Denn ihr Unternehmen hat während des Flirts mit dem Wettbewerber rund zwei Milliarden Euro an Marktkapitalisierung verloren. Im Anschluss an das Scheitern geht es allerdings kräftig nach oben. Die Aktie von EADS sprang um 5 Prozent auf 27,38 Euro. BAE-Systems-Aktionäre trauern dagegen der Absage nach, die Aktie verlor 1,3 Prozent auf 321 Pence.
Insgesamt belastete ein missglückter Start in die US-Berichtssaison. Denn der Ausblick von Alcoa enttäuschte. Der Aluminiumhersteller hat die Wachstumserwartungen an die weltweite Aluminiumnachfrage auf sechs von zuvor sieben Prozent gesenkt und dabei insbesondere auf die Wachstumsschwäche in China verwiesen. Im Dow Jones stellt die Aktie den Verlierer des Tages und gibt um 4,3 Prozent nach.
"Der Alcoa-Ausblick passt in den negativen Bericht des IWF", sagte ein Händler. Der Währungsfonds hat in seinem jüngsten World Economic Outlook die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum gesenkt. Er erwartet jetzt das schwächste globale Wachstum seit der Rezession des Jahres 2009.
Für die laufende Berichtssaison dürften die Ausblicke der Unternehmen mindestens so wichtig werden wie die Geschäftszahlen selbst. Zwar wird mit einem schwachen dritten Quartal gerechnet, doch noch werden wieder kräftig steigende Unternehmensgewinne für das vierte Quartal erwartet. Sollten die Ausblicke nun in Moll-Tönen verfasst werden, dürften die Aktienauguren die Schätzungen für das Schlussquartal nach unten anpassen.
Ansonsten sorgten Analysten-Kommentare für Kursbewegungen bei ausgewählten Aktien. So haben die Analysten der Deutschen Bank zum Kauf der MAN-Aktie geraten. Gleichzeitig wurde das Kursziel auf 94 von 72 Euro erhöht. MAN-Titel stiegen um 3,4 Prozent auf 76,59 Euro. Die Aktie der Deutschen Bank wurde dagegen von den Analysten von Goldman Sachs herausgestellt, die das Kursziel auf 44,20 Euro angehoben haben. Die Aktie stieg daraufhin um 0,9 Prozent auf 31,94 Euro und hat damit für die Analysten noch immer ein Potenzial von rund 37 Prozent.
Vorsichtig gegenüber dem europäischen Technologie-Sektor sind die Analysten von Barclays. Die Konsensschätzungen dürften nach den Drittquartalszahlen der Branche nochmals gesenkt werden, meinen die Analysten. Die Aktie von SAP wird jetzt nicht mehr zum Kauf empfohlen. Im dritten Quartal dürfte das Unternehmen zwar noch die Umsatzziele erreicht haben, für das vierte Quartal ist Barclays aber skeptisch. Der Sektor der europäischen Technologiewerte verlor 1,9 Prozent, SAP-Papiere gaben um zwei Prozent auf 53,50 Euro nach.
Europäische Schlussbörsen vom Mittwoch, 11. Oktober .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2456,54 -15,69 -0,6% 6,0 . Stoxx-50 2519,85 -12,89 -0,5% 6,3 . Stoxx-600 268,71 -1,49 -0,6% 9,9 Frankfurt XETRA-DAX 7205,23 -29,30 -0,4% 22,2 London FTSE-100 5776,71 -33,54 -0,6% 3,7 Paris CAC-40 3365,87 -16,91 -0,5% 6,5 Amsterdam AEX 326,80 -0,91 -0,3% 4,6 Athen ATHEX-20 289,71 -13,16 -4,3% 9,4 Brüssel BEL-20 2363,23 -23,75 -1,0% 13,4 Budapest BUX 18948,74 83,64 +0,4% 11,6 Helsinki OMXH-25 2036,26 -19,51 -0,9% 4,9 Istanbul ISE NAT. 30 84436,45 458,33 +0,5% 36,9 Kopenhagen OMXC-20 496,10 -3,87 -0,8% 27,2 Lissabon PSI 20 5361,43 -50,96 -1,0% -3,4 Madrid IBEX-35 7745,40 -77,40 -1,0% -10,5 Mailand FTSE-MIB 15440,63 -64,02 -0,4% 2,3 Moskau RTS 1487,76 -12,06 -0,8% 7,7 Oslo OBX 416,82 -2,37 -0,6% 16,6 Prag PX 983,59 -2,37 -0,2% 8,0 Stockholm OMXS-30 1061,55 -12,10 -1,1% 7,5 Warschau WIG-20 2392,33 16,09 +0,7% 11,6 Wien ATX 2128,03 -5,27 -0,2% 12,5 Zürich SMI 6629,04 -20,06 -0,3% 11,7 DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 7.46 Uhr Di, 17.47 Uhr EUR/USD 1,2892 0,31% 1,2853 1,2866 EUR/JPY 100,8723 0,34% 100,5286 100,6259 EUR/CHF 1,2105 -0,04% 1,2111 1,2102 USD/JPY 78,2525 0,05% 78,2100 78,2155 GBP/USD 1,6012 0,12% 1,5992 1,5981 .===
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