Der Automobilzulieferer Leoni
Im dritten Quartal sei ein stabiler Geschäftsverlauf verzeichnet worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Vorläufigen Berechnungen zufolge belief sich der Umsatz auf 954 Millionen Euro und lag damit in etwa auf dem Niveau der vorangegangenen beiden Quartale. Das EBIT lag mit rund 52,5 Millionen Euro leicht über dem des Vorquartals. Damals wurden 50,8 Millionen Euro erzielt. Seine endgültigen Zahlen will Leoni wie geplant am 13. November 2012 vorlegen.
LEONI-TITEL RUTSCHEN NACHBÖRSLICH UM MEHR ALS DREI PROZENT AB
An der Börse kamen die Prognosesenkungen nicht gut an: Leoni-Titel rutschten im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent ab. Ein Händler sagte allerdings in einer ersten Reaktion, dass dieser Schritt nach dem Interview von Vorstandschef Klaus Probst mit der "Financial Times Deutschland" nicht wirklich überrascht habe. Zudem sei die Absatzschätzung des Unternehmens nur leicht reduziert worden. Probst hatte darauf hingewiesen, dass Leoni das Langfristziel von sieben Prozent Marge im kommenden Jahr voraussichtlich noch nicht erreichen werde.
Im Frühjahr hatte der Leoni-Chef verkündet, die vier Bereiche Internationalisierung, Innovation, Effizienz und Systemgeschäft stärken zu wollen, um nach zahlreichen Zukäufen in den vergangenen Jahren wieder stärker aus eigener Kraft zu wachsen. So will das Unternehmen aus Nürnberg den Umsatz bis 2016 um eine Milliarde auf fünf Milliarden Euro steigern. Schon dieses Jahr wollte Leoni ursprünglich eine EBIT-Marge von sieben Prozent erreichen. Dieses Ziel hatte der Zulieferer aber bereits im Juli einkassiert.
KURZARBEIT KEIN THEMA
Kurzarbeit wie etwa bei Bosch ist für Leoni-Chef Probst aktuell trotzdem kein Thema. "Derzeit ist unsere Auslastung noch vernünftig. Wir sehen bei unseren Produktionszahlen bislang keine flächendeckenden Bremsspuren, sondern sehr unterschiedliche Entwicklungen bei den Autoherstellern", sagte Probst der Zeitung. Eine schwere Krise, wie zuletzt 2008/2009, schließt der Manager aus. Trotzdem sei der Zulieferer besser auf harte Zeiten vorbereitet: "Durch flexible Arbeitszeitmodelle könnten wir jetzt einen Nachfrageeinbruch von 15 bis 20 Prozent abfedern", so Probst weiter. Vor zehn Jahren seien es weniger als zehn Prozent gewesen./he/wiz/jke/he
ISIN DE0005408884
AXC0219 2012-10-22/19:48
