Die US-Börsen dürften am Freitag ihre
Talfahrt fortsetzen. Industriedaten aus Frankreich und Italien
dürften belasten, ebenso wie die am Sonntagabend in Griechenland
anstehende Abstimmung über den Haushalt für das kommende Jahr und
der hartnäckige Widerstand Spaniens gegen einen offiziellen
Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM. Zudem will sich der wiedergewählte
Präsident Barack Obama an diesem Tag im Kongress über die
Wirtschaftspolitik der USA und den Haushalt äußern. Vor allem dürfte
es Thema sein, wie das Inkrafttreten automatischer Ausgabenkürzungen
und Steuererhöhungen ab 1. Januar, also die "fiskalische Klippe",
verhindert werden kann.
Der Future auf den Leitindex Dow Jones Industrial büßte eine dreiviertel Stunde vor Handelsstart 0,54 Prozent ein.
Tags zuvor hatte er auf dem tiefsten Stand seit Juli geschlossen. An
der technologielastigen Nasdaq deutete der Terminkontrakt auf den
Auswahlindex Nasdaq 100 auf einen um 0,23 Prozent
schwächeren Start hin.
Bevor kurz nach Handelsstart noch wichtige heimische Daten aus
dem Großhandel und von der Universität Michigan zum
Verbrauchervertrauen veröffentlicht werden, stehen noch einige
Unternehmen mit Zahlen und Nachrichten im Fokus.
Unter den 30 Dow-Aktien rücken vor allem die von Walt Disney
in den Fokus. Das Fernsehgeschäft und gestiegene
Einnahmen bei den Freizeitparks haben dem weltgrößten
Unterhaltungskonzern die Kasse gefüllt. Im vierten Geschäftsquartal
stieg der Umsatz des um 3 Prozent, der Gewinn kletterte im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent. Allerdings verfehlten die
Zahlen die Erwartungen der Analysten, so dass die Papiere
vorbörslich um fast 5 Prozent absackten.
Groupon brachen vor Börsenstart um rund 20 Prozent
ein. Der Internetfirma fällt es immer schwerer, neue Kunden für
seine Schnäppchen zu begeistern. Das einst steile Wachstum flaute im
dritten Quartal weiter ab.
Facebook -Spitzenmanagerin Sheryl Sandberg
verkaufte ein weiteres Paket an Facebook-Aktien und nahm damit rund
3,75 Millionen Dollar ein. Bereits vergangene Woche hatte sie
Anteile für rund 7,44 Millionen Dollar veräußert. Vorbörslich sanken
die Titel um 1,20 Prozent.
Auch Aktien von Buchungsportalen für Hotels, Flüge und Mietautos
rücken in den Blick. Dort werden derzeit die Karten neu gemischt:
Priceline.com will den Konkurrenten Kayak für
1,8 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) kaufen. Die Kayak-Papiere
schnellten vorbörslich um mehr als 25 Prozent in die Höhe,
wohingegen die Anteilsscheine von Priceline.com um 1,90 Prozent
sanken. Die Verwaltungsräte beider US-Unternehmen sind sich bereits
einig. Dass Priceline jetzt zuschlägt, wird als Angriff auf die
Branchengröße Expedia gewertet./ck/la
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0205 2012-11-09/15:06