Der deutsche Aktienmarkt hat sich am
Montag moderat von seinen Verlusten der Vorwoche erholt. Am
Nachmittag stand der Dax 0,30 Prozent höher bei 7.185,17
Punkten, nachdem er im Laufe der Vorwoche fast drei Prozent an Wert
eingebüßt hatte. Der TecDax legte 0,48 Prozent auf 806,98
Punkte zu, während der MDax den übrigen Indizes etwas
hinterher hinkte. Beeinträchtigt von einer Kursschwäche der schwer
gewichteten EADS-Aktien lag er knapp mit 0,11 Prozent im Plus bei
11.353,90 Punkten.
Die Blicke der Börsianer richten sich zum Wochenauftakt gespannt
auf Griechenland: Mit der Verabschiedung des Staatshaushalts für
2013 hat das griechische Parlament zwar eine wichtige Voraussetzung
für weitere Hilfsgelder geschaffen. Laut Analyst Wolfgang Albrecht
von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sind sich die Anleger
aber dennoch unsicher, ob es wirklich zu einer Entscheidung für eine
neue Hilfstranche kommt. Er sah den Dax deshalb "zwischen Hoffen und
Bangen". Am Nachmittag beraten die Finanzminister der Eurozone in
Brüssel über das weitere Vorgehen.
COMMERZBANK FEST AN DAX-SPITZE
Vorne dabei im Dax waren zum Wochenauftakt die
Commerzbank-Aktien , die um 1,58 Prozent auf 1,351 Euro
anzogen. Am Markt wurde dies nach den zuletzt starken Verlusten mit
einer Erholungsbewegung begründet. Gleichauf mit dem Markt legten
auch die Titel der Lufthansa moderat zu. Trotz der
Flugausfälle wegen des Hurrikans "Sandy" hat die Fluggesellschaft im
Oktober erneut mehr Fluggäste befördert und die Sitzauslastung
verbessert. In der Branche wurde zudem ein Sparplan des
skandinavischen Konkurrenten SAS positiv aufgenommen.
Ansonsten machten sich noch die Ausläufer der Berichtssaison mit
ein paar Zahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe bemerkbar. Im
MDax rückten die Aktien von Deutsche Wohnen nach einer
angehobenen Prognose um 1,79 Prozent vor. Händler lobten, der
Konzern habe im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten.
Für die Aktien von Baywa ging es nach Zahlen sogar um gut
zwei Prozent hoch. Spitzenreiter waren Aktien von Klöckner & Co
, die beflügelt von einem Analystenkommentar mehr als vier
Prozent zulegten.
FRAPORT UND EADS UNTER DRUCK
Zahlen gab es aus dem MDax noch von Wincor Nixdorf :
Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller kündigte nach einem
Gewinneinbruch weitere Stellenstreichungen an. Nachdem die Titel
zunächst ins Minus abgerutscht waren, schafften sie es bis zuletzt
mit 1,28 Prozent ins Plus. Fraport-Papiere dagegen gaben
bis zuletzt um rund ein Prozent nach. Beim Frankfurter
Flughafenbetreiber hatten internationale Operationen im Oktober die
schwache Entwicklung in der Heimat ausgeglichen.
Als Schlusslicht im MDax ging es für die EADS-Papiere wegen Schmiergeldvorwürfen um mehr als ein Prozent bergab.
Zudem belastet einem Händler zufolge eine Meldung, wonach ein A380
der Fluggesellschaft Emirates wegen eines Triebwerkschadens
notlanden musste. Bei dem Triebwerk handelt es sich um das Modell
GP7200, an dem auch MTU mitarbeitet. Die Aktien des
Triebwerksbauers verloren ebenfalls mehr als ein Prozent./tih/rum
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
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