Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag
positiv auf die Einigung auf weitere Finanzspritzen für Griechenland
reagiert. Gegen Mittag stieg der Dax um 0,55 Prozent auf
7.332,01 Punkte. Für den MDax ging es um 0,40 Prozent auf
11.416,43 Punkte nach oben. Der TecDax kletterte um 0,65
Prozent auf 835,40 Punkte. Die internationalen Geldgeber
verständigten sich grundsätzlich auf die Auszahlung neuer Hilfen an
Griechenland von fast 44 Milliarden Euro. Davon sollen 34,4
Milliarden Euro noch im laufenden Jahr fließen. Zudem einigten sich
die EU-Finanzminister auf ein Maßnahmenbündel, um die Schuldenlast
Griechenlands auf Dauer zu drücken. Dazu gehören ein Programm zum
Rückkauf von Schulden, Zinsstundungen für Hilfskredite vom
Rettungsschirm EFSF oder längere Darlehenslaufzeiten.
Auch an den wichtigen europäischen Börsen ging es nach oben. Der
EuroStoxx 50 etwa gewann knapp 0,40 Prozent. Der Kurs des
Euro hatte zunächst ebenso von den Griechenland-Entschlüssen
profitiert und in der Nacht zum Dienstag kurzzeitig die Marke von
1,30 US-Dollar geknackt. Zuletzt fiel er aber deutlich auf 1,2950
Dollar.
'ERLEICHTERUNG AM MARKT', BANKENWERTE TOP IM DAX
Die Griechenland-Beschlüsse sorgten am Markt für Erleichtung,
sagte Händlerin Anita Paluch vom Brocker Gekko Markets. Gleichzeitig
gab sie aber zu bedenken, dass sich die Politik lediglich etwas mehr
Zeit verschafft habe, da es keinen Schuldenschnitt für den
angeschlagenen Staat gegeben habe. In den Augen von Gregor Kuhn,
Analyst beim Broker IG, dürften nun zusehends die
US-Haushaltsverhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten in
den Fokus rücken. Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen,
drohen zum Jahresende automatische Steuererhöhungen und
Budgetkürzungen.
Am deutlichsten profitierten Bankenwerte von der Einigung auf
weitere Griechenland-Hilfen. Die Aktien der Commerzbank gehörten mit plus 3,41 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax,
gefolgt von den Papieren der Deutschen Bank . Diese
verteuerten sich um 2,62 Prozent. Nach unten ging es hingegen für
Lufthansa -Titel. Sie verloren 0,81 Prozent, nachdem sie am
Vortag um fast drei Prozent gestiegen waren und den höchsten Stand
Anfang August 2011 erreicht hatten.
GSW IMMOBILIEN UND DEUTSCHE WOHNEN PROFITIEREN VON HOCHSTUFUNG,
GROßAUFTRAG FÜR NORDEX
Im MDax waren die Titel der Immobiliengesellschaften
Deutsche Wohnen und GSW Immobilien mit am
stärksten gefragt. Sie verteuerten sich um zwei beziehungsweise drei
Prozent. Analystin Bianca Riemer von Morgan Stanley hob beide
Immobilientitel auf "Overweight", da sehr geringe
Finanzierungskosten neuer Schulden bei Zukäufen besonders deutliche
Gewinnsteigerungen zur Folge hätten. Dies habe sie nun in ihrer
Bewertung mit geringeren Abschlägen gegenüber dem Buchwert
berücksichtigt. MAN-Aktien verloren nach schwachen Daten
zum Nutzfahrzeugmarkt entgegen dem positiven Markttrend 0,62
Prozent.
Nordex erhielt einen zweiten Auftrag für die
Errichtung eines Windparks in Südafrika mit einem Volumen von rund
80 Millionen Euro. Die Papiere verteuerten sich als bester
TecDax-Wert um fünf Prozent. Analyst Christoph Rodler vom Hamburger
Bankhaus Warburg Research sagte: "Die Aufträge in Südafrika sind für
Nordex von erheblicher Bedeutung."/mis/rum
---Von Michael Schilling, dpa-AFX---
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