Zürich (ots) - Erstmals seit dem Verkauf an Baoshida kurz vor
Weihnachten spricht Swissmetal-Präsident Martin Hellweg im Interview
mit der «Handelszeitung». über den Deal mit den Chinesen. Obwohl er
ihn als «perfektes Weihnachtsgeschenk für uns alle, insbesondere für
die Mitarbeitenden» bezeichnet, können weder er noch die Chinesen
garantieren, dass die zwei Schweizer Swissmetal-Produktionsstandorte
im jurassischen Reconvilier und im solothurnischen Dornach
langfristig Bestand haben. «Verlagerungsängste gibt es immer», sagt
Sanierer Hellweg. Er glaube aber nicht, dass die Chinesen die
hiesigen Standorte «in den nächsten fünf bis zehn Jahren» aufgeben
würden. «In den Produkten von Swissmetal steckt viel handwerkliches
Wissen und Menschen lassen sich bekanntlich nicht einfach
verschieben.» Hinzu kämen geopolitische Überlegungen: «Würden die
Swissmetal-Steckverbinder für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing nur
noch aus China kommen, wäre in den USA vermutlich der Teufel los.»
Möglich sei, dass Baoshida «die Aktivitäten dereinst in Reconvilier
konzentriert». Vorerst aber stehe das Closing mit den Chinesen noch
an. Es würde, so Hellweg, «in diesen Tagen» stattfinden.
Die Option, Swissmetal als selbstständiges Schweizer Unternehmen
zu erhalten, hat Hellweg bei seiner Rückkehr zum Unternehmen im Jahr
2011 nie geprüft, wie er im Gespräch weiter einräumt. Der
Schuldenberg sei dafür zu hoch gewesen. «Die Gesellschaft hätte sich
nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen können.» Obwohl er beim
Traditionskonzern zwei Drittel des Geschäfts abgebaut und die Zahl
der Mitarbeiter massiv geschrumpft hat, beendet er sein Mandat mit
einem guten Gewissen. «Ich glaube nicht, dass jemand anderer etwas
fundamental anders hätte machen können. Vielleicht in Nuancen. Es
ging darum, den gesunden Kern für Swissmetal zu finden.» In Hellwegs
Augen hätte nur ein noch radikaleres Vorgehen zu einem früheren
Zeitpunkt Swissmetal retten können. «Tatsächlich hätte man wohl noch
früher noch entschiedener sein sollen. Aber so radikal wie 2011 geht
man wohl erst vor, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.»
Originaltext: Handelszeitung
Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100009535
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Weihnachten spricht Swissmetal-Präsident Martin Hellweg im Interview
mit der «Handelszeitung». über den Deal mit den Chinesen. Obwohl er
ihn als «perfektes Weihnachtsgeschenk für uns alle, insbesondere für
die Mitarbeitenden» bezeichnet, können weder er noch die Chinesen
garantieren, dass die zwei Schweizer Swissmetal-Produktionsstandorte
im jurassischen Reconvilier und im solothurnischen Dornach
langfristig Bestand haben. «Verlagerungsängste gibt es immer», sagt
Sanierer Hellweg. Er glaube aber nicht, dass die Chinesen die
hiesigen Standorte «in den nächsten fünf bis zehn Jahren» aufgeben
würden. «In den Produkten von Swissmetal steckt viel handwerkliches
Wissen und Menschen lassen sich bekanntlich nicht einfach
verschieben.» Hinzu kämen geopolitische Überlegungen: «Würden die
Swissmetal-Steckverbinder für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing nur
noch aus China kommen, wäre in den USA vermutlich der Teufel los.»
Möglich sei, dass Baoshida «die Aktivitäten dereinst in Reconvilier
konzentriert». Vorerst aber stehe das Closing mit den Chinesen noch
an. Es würde, so Hellweg, «in diesen Tagen» stattfinden.
Die Option, Swissmetal als selbstständiges Schweizer Unternehmen
zu erhalten, hat Hellweg bei seiner Rückkehr zum Unternehmen im Jahr
2011 nie geprüft, wie er im Gespräch weiter einräumt. Der
Schuldenberg sei dafür zu hoch gewesen. «Die Gesellschaft hätte sich
nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen können.» Obwohl er beim
Traditionskonzern zwei Drittel des Geschäfts abgebaut und die Zahl
der Mitarbeiter massiv geschrumpft hat, beendet er sein Mandat mit
einem guten Gewissen. «Ich glaube nicht, dass jemand anderer etwas
fundamental anders hätte machen können. Vielleicht in Nuancen. Es
ging darum, den gesunden Kern für Swissmetal zu finden.» In Hellwegs
Augen hätte nur ein noch radikaleres Vorgehen zu einem früheren
Zeitpunkt Swissmetal retten können. «Tatsächlich hätte man wohl noch
früher noch entschiedener sein sollen. Aber so radikal wie 2011 geht
man wohl erst vor, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.»
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