Der Besitzer der Atomruine von Fukushima, Tepco, steckt noch tiefer in der Verlustzone als erwartet. Wie das Unternehmen am Montag bekanntgab, dürfte sich der Fehlbetrag zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahrs auf netto 120 Milliarden Yen (947 Mio Euro) belaufen. Zuvor war Tepco von 45 Milliarden Yen Verlust ausgegangen. Hintergrund sind gestiegene Kosten für Öl und Gas zum Betrieb von Ersatzkraftwerken. Die Regierung beschloss am Montag eine Aufstockung der staatlichen Hilfen für Tepco um weitere 696,8 Milliarden Yen, damit der angeschlagene Konzern unter den massiven Entschädigungszahlungen nicht zusammenbricht.
Damit summiert sich die staatliche Hilfe an Tepco für die Kompensationszahlungen an die Opfer auf inzwischen drei Billionen Yen. Hinzu kommt eine Kapitalspritze von einer Billion Yen zur Sanierung des Konzerns. Im Juli vergangenen Jahres war der ums Überleben kämpfende Atombetreiber verstaatlicht worden, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Am 11. März 2011 war Japan von einem Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert worden. Ein dadurch ausgelöster Tsunami riss Tausende in den Tod. In dem von Tepco betriebenen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zum Größten Anzunehmenden Unfall (GAU). Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Menschen als höchst ungewiss gilt./ln/DP/fbr
AXC0124 2013-02-04/13:09
