Die politischen Sorgen in der Eurozone
haben den Dax am Mittwoch den gesamten Jahresgewinn
gekostet. Der Leitindex fiel um 1,09 Prozent auf 7.581,18 Punkte,
nachdem er am Dienstag noch dank positiver Impulse aus den USA mit
einem moderaten Plus geschlossen hatte. Für den MDax ging
es zur Wochenmitte um 0,05 Prozent auf 12.634,29 Punkte nach unten.
Der TecDax legte dank der deutlichen Kursgewinne einiger
Index-Schwergewichte um 0,55 Prozent auf 880,15 Punkte zu.
"Wir haben derzeit eine absolut politische Börse", sagte Fidel
Helmer, Kapitalmarktexperte bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser.
Weiterhin lasteten die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische
Regierung und die guten Umfragewerte für Italiens Ex-Regierungschef
Silvio Berlusconi auf den Kursen. Die Anleger fürchteten, dass
Berlusconi die Reformen von Ministerpräsident Mario Monti wieder
zurückdrehen könnte, falls seine Partei bei den Parlamentswahlen
Ende Februar gut abschneiden sollte. Aktienanleger kauften derzeit
eher japanische Titel, ergänzte Helmer. Der dortige Aktienmarkt
profitiert seit Wochen von der anhaltenden und politisch gewollten
Abwertung des Yen, die vor allem Exportwerte antreibt.
THYSSENKRUPP NUR LEICHT IM MINUS
Für die ThyssenKrupp-Aktien ging es nach gut
aufgenommenen Zahlen und dem Ausblick des Konkurrenten ArcelorMittal
nur um 0,37 Prozent nach unten. Der weltgrößte
Stahlhersteller habe im vierten Quartal besser abgeschnitten als
befürchtet, sagte ein Händler.
Die Gea-Titel büßten nach Zahlen am MDax-Ende 4,66
Prozent auf 25,58 Euro ein. Der Maschinenbaukonzern hatte zwar wie
erwartet seine Wachstumsziele für 2012 erreicht und kann auch mit
Blick nach vorn keine schwächere Nachfrage erkennen. Händler
sprachen aber von gemischten Zahlen: So habe Gea die Marktprognosen
für den operativen Gewinn getoppt, während der Ausblick auf 2013
etwas mau sei.
METRO SEHR FEST - 'UNSICHERHEIT AUS DEM MARKT'
Einer der besten Werte im MDax waren die Metro-Titel mit einem Plus von 3,36 Prozent. Hier hatte die Meldung Auftrieb
gegeben, dass das Duisburger Familienunternehmen Haniel seinen
Anteil am Einzelhändler von 34,24 Prozent auf 30,01 Prozent
reduziert hatte - wie im November vergangenen Jahres angekündigt.
"Nun ist die Unsicherheit um den Aktienüberhang aus dem Markt",
erklärte ein Händler den Kurssprung.
Der EuroStoxx 50 schloss 1,28 Prozent niedriger bei
2.617,35 Punkten. Auch der französische Leitindex CAC 40 gab nach. Der Londoner "Footsie" hingegen stieg. In New York lag der
Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa minimal
unter seinem Schlusskurs vom Dienstag.
EURO SINKT
Am Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter
Bundeswertpapiere bei 1,33 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 133,48 Punkte. Der Bund Future
legte um 0,20 Prozent auf 142,53 Punkte zu. Der
Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank setzte
den Referenzkurs auf 1,3517 (Dienstag: 1,3537) US-Dollar fest. Der
Dollar kostete damit 0,7398 (0,7387) Euro./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0258 2013-02-06/18:13