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MÄRKTE USA/Schwacher Philly-Fed erschüttert Vertrauen in Aktien

Von Claudia Nehrbaß

Aktienanleger haben an diesem Donnerstag starke Nerven gebraucht. Eine Serie schwacher Konjunkturdaten drückte die Kurse an der Wall Street. Dazu hallte das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Mittwoch nach. Freuen konnte sich, wer Staatsanleihen besitzt, denn deren Notierungen legten zu.

Vorbörslich veröffentlichte Arbeitsmarktdaten ließen die US-Aktienmärkte schon mit negativen Vorzeichen eröffnen. In der vergangenen Woche beantragten mehr Amerikaner Arbeitslosenhilfe als erwartet. Auch der Index der Frühindikatoren verfehlte die Erwartungen. Die größte Enttäuschung war aber der Philadelphia Fed Index. Dieser brach im Februar auf einen Stand von minus 12,5 ein, während Ökonomen einen Indexstand von plus 3,0 prognostiziert hatten.

Schlechte Nachrichten kamen überdies aus Europa, wo die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland enttäuschend ausgefallen waren und die Aktienkurse kräftig fielen. Anleger hatten also allen Grund, konjunkturpessimistisch zu sein. Davon profitierte der US-Anleihemarkt, wo die Notierungen stiegen und die Rendite zehnjähriger Treasurys auf 1,98 Prozent sank. Stützend wirkte auch die moderate Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA. Der geringe Inflationsdruck weckte Hoffnungen, dass die US-Notenbank vielleicht doch nicht so bald gezwungen sein wird, ihre Anleihekäufe einzustellen, wie es das Fed-Protokoll vom Mittwoch nahelegte. Die Auktion 30-jähriger inflationsgeschützter Anleihen stieß auf reges Interesse vor allem bei ausländischen Investoren. Das US-Finanzministerium bot eine etwas höhere Rendite als bei der vorigen Auktion.

Gold erfreute sich nach einer fünftägigen Talfahrt wieder einer zaghaften Nachfrage. Die Feinunze stieg um 0,60 Dollar auf 1.578,60 Dollar. Am Mittwoch hatte das Edelmetall mit Kursverlusten auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank reagiert. Aus diesem ging hervor, dass innerhalb der Federal Reserve die Zweifel an der lockeren Geldpolitik der Fed wachsen. Einige Notenbanker befürchten, dass das Anleihekaufprogramm, mit dem die Fed die Zinsen niedrig hält, die Stabilität der Finanzmärkte gefährdet. Wenn die Notenbank jedoch die geldpolitischen Zügel strafft, dürfte die Inflationsgefahr abnehmen und Gold nicht mehr als Schutz gegen die Geldentwertung gebraucht werden. Ganz dürfte das Edelmetall aber bei den Anlegern nicht in Ungnade fallen. Denn es könnte ihnen immer noch helfen, ihr Vermögen durch wirtschaftlich turbulente Zeiten zu retten.

Angst vor einem Überangebot drückte unterdessen den Preis des schwarzen Goldes deutlich nach unten. Einerseits weckten die schwachen Wirtschaftsdaten Befürchtungen, dass die Nachfrage zurückgehen könnte. Andererseits ist in den USA reichlich Öl vorhanden, wie aus den Daten zu den Ölvorräten des US-Energieministeriums hervorging. Das Barrel WTI verbilligte sich um 2,5 Prozent bzw 2,38 Dollar auf 92,84 Dollar. Brentöl ermäßigte sich um 1,8 Prozent bzw 2,07 Dollar auf 113,53 Dollar.

Der Dollar, der am Mittwoch von der Aussicht auf das Ende der lockeren Fed-Geldpolitik profitiert hatte, wertete abermals auf. Ein Euro kostete im späten US-Handel rund 1,3180 Dollar. Im Tagestief mussten für die Gemeinschaftswährung nur 1,3161 Dollar gezahlt werden.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,3 Prozent auf 13.881 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 1.502 Punkte und der Nasdaq-Composite 1,0 Prozent auf 3.131 Punkte. Das Umsatzvolumen war mit 0,81 Milliarden Aktien ähnlich lebhaft wie am Mittwoch, als 0,82 Milliarden Aktien gehandelt wurden. Auf 941 Kursgewinner kamen 2.117 -verlierer, während 111 Titel unverändert aus dem Handel gingen.

Unter den Einzelwerten war die Wal-Mart-Aktie gefragt. Sie stieg um 1,5 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hat im vierten Geschäftsquartal erneut mehr verdient. Zugute kam dem Konzern auch eine niedrigere Steuerquote. In den USA kletterten die Einnahmen auf vergleichbarer Basis aber nur um 1 Prozent. Marktteilnehmer werteten dies als dürftig. Sie hatten hier eher mit dem Doppelten gerechnet, Wal-Mart selbst hatte bis zu 3 Prozent für möglich gehalten. Allerdings wurde die Dividende für das laufende Jahr um 18 Prozent erhöht, der stärkste Anstieg in der Unternehmensgeschichte.

Die Titel von VeriFone brachen um 42,8 Prozent ein. Der Anbieter elektronischer Bezahlsysteme hatte seinen Ausblick auf das erste Quartal gesenkt und dies unter anderem mit Projektverschiebungen bei einigen Kunden erklärt. Die Titel von Tesla fielen um 8,8 Prozent. Der Hersteller elektrisch betriebener Sportwagen hatte für sein viertes Quartal unter den Erwartungen liegende Ergebnisse gemeldet.

Aktien von Hewlett-Packard wurden in Erwartung guter Quartalszahlen gekauft und legten gegen den negativen Trend um 2,4 Prozent zu. Die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal sollten nach Börsenschluss vorgelegt werden.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          13.880,62  -0,34   -46,92 
S&P-500        1.502,42  -0,63    -9,53 
Nasdaq-Comp.   3.131,49  -1,04   -32,92 
Nasdaq-100     2.711,51  -1,04   -28,48 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Do, 9.30 Uhr  Mi, 17.35 Uhr 
EUR/USD    1,3188  -0,33%        1,3232         1,3350 
EUR/JPY  122,7432  -0,64%      123,5297       124,9220 
EUR/CHF    1,2283  -0,21%        1,2309         1,2340 
USD/JPY   93,0540  -0,29%       93,3200        93,5845 
GBP/USD    1,5255   0,54%        1,5174         1,5294 
=== 

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

DJG/DJN/cln 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 21, 2013 16:13 ET (21:13 GMT)

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© 2013 Dow Jones News
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