Von Hiroyuki Kachi und Mitsuru Obe
TOKIO--Japans Regierung will im März mit dem Teilverkauf ihrer Aktien am weltweit drittgrößten Tabakkonzern Japan Tobacco kräftig Geld in die Staatskasse holen. Der Erlös soll zielgerichtet in den immer noch andauernden Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 fließen. Umgerechnet fast 8 Milliarden Euro soll die Platzierung von gut 333 Millionen Aktien dem Finanzministerium einbringen. Es wäre damit die größte in Japan seit 2010.
Die staatliche Beteiligung an Japan Tobacco würde im Zuge dessen um 16,6 Prozentpunkte auf ein Drittel sinken. Der Platzierungspreis soll zwischen dem 11. und 13. März festgesetzt werden. Zunächst wird der Tabakkonzern von der Regierung bis 8. März bis zu 118 Millionen Aktien oder 6,2 Prozent der Anteile zurückkaufen. Dafür will Japan Tobacco bis zu 250 Milliarden Yen bzw gut 2 Milliarden Euro ausgeben. Im Anschluss will die Regierung die restlichen Anteile öffentlich zum Kauf anbieten.
Japan Tobacco war 1985 teilprivatisiert worden. Mit dem nun angekündigten Verkauf reduziert die Regierung zum viertem Mal ihre Beteiligung an dem Unternehmen, das auf dem Weltmarkt nach Philipp Morris und British American Tobacco (BAT) rangiert. Zum bislang letzten Mal hatte der Staat - derzeit noch mit 50 Prozent beteiligt - im Juni 2004 Aktien platziert.
Die Regierung hatte ihre Beteiligung eigentlich schon im vergangenen Jahr weiter verringern wollen, aber Mitte November zum Teil auch wegen des schwachen Marktumfeldes einen Rückzieher gemacht. Seitdem hat sich die Lage aber entspannt.
Angesichts der Hoffnungen auf hohe Staatsausgaben und eine lockere Geldpolitik der Bank of Japan unter einer von vom Liberaldemokraten Shinzo Abe angeführten Regierung hat sich der Yen seitdem spürbar abgeschwächt. Abe hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember versprochen, gegen die Stärke des Yen vorzugehen und die Deflation zu bekämpfen.
"Unsere vorrangige Sorge war mehr die Minimierung der Marktauswirkungen und die Sicherstellung eines reibungslosen Verkaufs als die Maximierung des Erlöses", sagte ein Vertreter des Finanzministeriums auf einer Pressekonferenz.
Da die Schwäche des Yen auch zum Katalysator für einen starken Anstieg japanischer Aktien wurde, hat der Leitindex Nikkei seit Mitte November 35 Prozent zugelegt. Der Index schloss am Montag bei 11.662,52 Punkten und überstieg damit erstmals seit dem 29. September 2008 die Marke von 11.600 Punkten.
Im gleichen Zeitraum legte der Japan-Tobacco-Kurs um rund ein Drittel auf 2.901 Yen zu. Basierend auf diesem Kurs hätte die Beteiligung von 16,6 Prozent einen Wert von 967 Milliarden Yen oder 7,8 Milliarden Euro. Nach japanischen Recht muss die Regierung mit über einem Drittel an JT beteiligt bleiben.
Japan Tobacco-Vertreter hatten erklärt, "auf gleicher Augenhöhe" mit vollständig in Privatbesitz befindlichen Wettbewerbern wie Philip Morris und BAT konkurrieren zu wollen. Das Konzern mit seinen bekanntesten Marken Winston und Camel bemüht sich um einen höheren Marktanteil auf den Auslandsmärkten.
Das japanische Finanzministerium hat Daiwa Securities und Mizuho Securities, die Broker-Tochter von Mizuho Financial Group, sowie die japanischen Töchter von Goldman Sachs und J.P. Morgan Chase als Underwriter der Transaktion engagiert.
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February 25, 2013 07:28 ET (12:28 GMT)
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