Original-Research: BHB Brauholding Bayern-Mitte AG - von GBC AG
Aktieneinstufung von GBC AG zu BHB Brauholding Bayern-Mitte AG
Unternehmen: BHB Brauholding Bayern-Mitte AG ISIN: DE000A1CRQD6
Anlass der Studie: GBC Vorstandsinterview Empfehlung: Kaufen Kursziel: 3,65 Euro Kursziel auf Sicht von: Ende GJ 2013 Letzte Ratingänderung: - Analyst: Felix Gode
GBC AG: Im Jahr 2012 war der Bierkonsum in Deutschland mit -1,8 % einmal mehr deutlich rückläufig. Woran liegt das und ist es absehbar, dass dieser Trend ein Ende findet?
Gerhard Bonschab: Der Rückgang des Bierkonsums in Deutschland im Jahr 2012 ist nur die Fortsetzung eines langfristigen Trends, der schon seit vielen Jahren andauert. Seit 2005 ist der Bierabsatz hierzulande um 8,4 % rückläufig gewesen. Hintergrund dieser Entwicklung ist in erster Linie der demografische Wandel. Auf Grund der sinkenden Geburtenraten wachsen immer weniger Menschen heran, die dann entsprechend Bier konsumieren können. Auf Grund dessen können wir auch heute schon davon ausgehen, dass sich der rückläufige Trend leider auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.
GBC AG: Was können Sie gegen diese Entwicklung unternehmen?
Franz Katzenbogen: Als Brauerei ist es in einem solchen Marktumfeld natürlich wichtig, dass man Marktanteile hält und möglichst noch hinzugewinnt. Die BHB Brauholding AG tut dies zum einen durch eine starke regionale Verwurzelung in Bayern, begleitet von einer Vielzahl an Kundenbindungs- und Marketingmaßnahmen. Zum anderen bauen wir das Exportgeschäft aus. In Italien etwa finden unsere Weizen-Spezialitäten großen Anklang, was uns in den letzten Jahren stark überdurchschnittliche Wachstumsraten im Exportgeschäft eingebracht hat.
GBC AG: In Bayern hingegen ist der Bierkonsum in den vergangenen beiden Jahren nicht gefallen, sondern hat sogar leicht zugelegt. Als Ingolstädter Unternehmen ist Bayern natürlich das Hauptabsatzgebiet der BHB Brauholding AG. Haben Sie dadurch einen Standortvorteil gegenüber Wettbewerbern?
Franz Katzenbogen: Bayern verfügt ja mit Abstand über die höchste Brauereidichte in Deutschland. Daher ist natürlich auch der regionale Wettbewerb nicht zu unterschätzen. Aber Bayern ist als das wirtschaftlich stabilste Bundesland in Deutschland im Vorteil gegenüber anderen Bundesländern. Dank der starken Wirtschaft über fast alle Regionen des Landes hinweg, herrscht eine niedrige Arbeitslosigkeit und es ist ein Bevölkerungszuwachs auf Grund von zuziehenden, berufstätigen Menschen zu verzeichnen. Das stabilisiert auch den Bierabsatz.
GBC AG: Ein Grund für den Rückgang des Bierkonsums ist ja auch der 'Siegeszug' von Biermischgetränken, die inzwischen 4,5 % des Gesamtbierabsatzes ausmachen. Haben Sie sich auf diesen offenbar starken und nachhaltigen Trend eingestellt?
Gerhard Bonschab: Absolut. Wir bemerken diese Entwicklung auch im eigenen Hause, insbesondere bei Mischgetränken wie Radler. Aber nicht nur Biermischgetränke sind ein Wachstumsmarkt, auch alkoholfreie Biere weisen stärkere Zuwachsraten auf. Auch das kommt uns zu Gute. Nicht zuletzt haben wir mit der Markte Bernadett Brunnen auch Erfrischungsgetränke wie Mineralwasser, Schorlen und Säfte im Produktportfolio. Dies ist ebenfalls ein Markt, der deutlich wächst.
GBC AG: Die Erzeugerpreise für Bier haben in den letzten Jahren deutlich angezogen, was natürlich auf die Rohertragsmarge drückt. Was sind die Hintergründe für diese Entwicklung und wie gehen Sie damit um?
Franz Katzenbogen: Der Grund für die steigenden Erzeugerpreise sind glücklicherweise nicht die steigenden Preise bei unseren Hauptrohstoffen Malz und Hopfen. Die Preisentwicklungen hier sind in den letzten Jahren vielmehr relativ stabil verlaufen. Vielmehr haben sich die Preise für Hilfsstoffe wie Verpackungen, Etiketten, Verschlüsse, Leim und natürlich auch Energie in den vergangenen drei Jahren merklich verteuert. Auf der anderen Seite konnten wir als BHB Brauholding AG in 2012 Preiserhöhungen am Markt durchsetzen, was für gewisse Entspannungseffekte gesorgt hat.
GBC AG: Im Jahr 2011 haben Sie die Marken- und Vertriebsrechte der Leitner Bräu übernommen. In 2012 ist akquisitorisch gesehen nichts geschehen. Könnte sich das in 2013 wieder ändern?
Franz Katzenbogen: Wir sind ständig auf der Suche nach geeigneten Möglichkeiten unser anorganisches Wachstum zu forcieren und führen auch viele Gespräche mit potenziellen Zielunternehmen. Jedoch muss ein solcher Schritt natürlich wohlüberlegt sein und eine passende Ergänzung zum bestehenden Geschäft sein. Die Prüfungen erfolgen daher sehr eingehend. Eine exakte Bestimmung eines möglichen Zeitpunktes ist deshalb nur schwer zu treffen. Aber definitiv, anorganisches Wachstum ist Teil unserer Strategie und wird aktiv verfolgt.
GBC AG: Können Sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein Fazit zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 treffen?
Franz Katzenbogen: Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2012 zufrieden. Genaues zu den Zahlen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Jahresabschluss befindet sich noch in der Erstellung und wurde noch nicht festgestellt. Wir werden den Geschäftsbericht 2012 am 15. April 2013 veröffentlichen.
GBC AG: Zum Abschluss, wird es auch für 2012 wieder eine Dividende geben, nachdem Sie im Vorjahr 0,06 EUR je Aktie ausgeschüttet haben?
Franz Katzenbogen: Auch hier können wir entsprechend noch keine exakte Aussage treffen, bevor der Jahresabschluss festgestellt wurde. Aber unsere Aktionäre wissen, dass wir profitabel arbeiten, hohe Cashflows erwirtschaften und uns als Dividendenwert sehen.
GBC AG: Herr Katzenbogen, Herr Bonschab ich danke Ihnen für das Gespräch.
GBC-FAZIT: Auch wenn der Biermarkt in Deutschland in 2012 weiter rückläufig war, behalten wir unsere Prognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 bei. Wir sind weiterhin überzeugt, dass sich die BHB Brauholding AG im kompetitiven Marktumfeld gut behauptet hat und entgegen dem Markttrend ein Wachstum aufgewiesen hat, äquivalent zur Entwicklung im ersten Halbjahr 2012. Daher bestätigen wir unsere Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2012 von 16,26 Mio. EUR sowie unsere EBIT-Erwartung von 0,48 Mio. EUR. Nicht zuletzt notiert die Aktie derzeit noch immer rund 30 % unter ihrem Eigenkapitalwert und weist einen niedrigen erwarteten EV/EBITDA für 2013 von 3,3 auf. Nicht zuletzt gehen wir davon aus, dass für das Geschäftsjahr 2012 erneut eine Dividende ausgeschüttet wird. Unser Kursziel von 3,65 EUR sowie das Rating KAUFEN bestätigen wir vor diesem Hintergrund.
Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: http://www.more-ir.de/d/11857.pdf
Kontakt für Rückfragen Jörg Grunwald Vorstand GBC AG Halderstraße 27 86150 Augsburg 0821 / 241133 0 research@gbc-ag.de ++++++++++++++++ Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach §34b Abs. 1 WpHG und FinAnV Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter: http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm +++++++++++++++
übermittelt durch die EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.
ISIN DE000A1CRQD6
AXC0285 2013-02-28/15:07
