Von Nadya Masidlover
PARIS--Die französische Supermarktkette Carrefour musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang verbuchen. Ungünstige Wechselkurse in Lateinamerika zehrten Zuwächse in den Schwellenländern auf. Auf pro-forma-Basis - also ohne verkaufte und geschlossene Geschäften - setzte Carrefour mit 20,83 Milliarden Euro 1,3 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Die negativen Währungseffekt summierten sich auf 2,6 Prozent. Der Umsatzrückgang lag allgemein im Rahmen der Analystenerwartungen.
Vor den Währungseffekten legte der Umsatz dagegen um 1,3 Prozent zu. Hier konnte das starke Wachstum in den Schwellenländern rückläufige Einnahmen in Europa ausgleichen, obwohl der Konzern in Europa rund drei Viertel seines Geschäftes hat. Wie andere Einzelhändler auch kämpft Carrefour darum, ausgabebereite Verbraucher zurück in die Läden zu locken. Angesichts der Sparmaßnahmen in Europa schnallen die Kunden ihre Gürtel enger und zwingen die Supermärkte, ihre Preise zu senken und ihr Geschäft zu überdenken.
Der britische Einzelhandelsriese Tesco musste am Mittwoch erstmals in 19 Jahren einen Rückgang des Jahresgewinns vermelden. Maßnahmen zur Umsatzsteigerung im Heimatmarkt drückten auf die Erträge. Die deutsche Metro AG erklärte im März, die kommenden Monate dürften herausfordernd werden. Der Handelskonzern stellt sein bislang dem Kalenderjahr entsprechendes Geschäftsjahr auf den ersten Oktober 2013 um und rechnet für das entstehende Rumpfgeschäftsjahr 2013 per Ende September mit einem sinkenden operativen Gewinn.
Carrefour setzte in Heimatmarkt Frankreich in den ersten drei Monaten des Jahres 9,29 Milliarden Euro um, das sind 0,7 Prozent weniger um als vor einem Jahr. Der Konzern hat stark zu kämpfen, damit die jüngsten Verbesserungen der Geschäftsentwicklung nicht verpuffen. Sie waren als ermutigende Anzeichen für erste Fortschritte bei der Strategie des neuen CEO Georges Plassat gewertet worden. Frankreich ist der mit Abstand größte Markt für Carrefour: Hier macht der Pariser Konzern mehr als 40 Prozent seiner Geschäfte. In den teilweise riesigen Läden, den Hypermarchés, werden neben Lebensmitteln auch zahlreiche Non-Food-Artikel wie Bekleidung, Spielzeug, Sportartikeln und Elektronik angeboten.
Im restlichen Europa gingen die Einnahmen wegen des schwachen Konsums um 3,5 Prozent auf 5,46 Milliarden Euro zurück. Einzig das Geschäft in Belgien konnte gegen den Trend zulegen.
Dennoch betonte der Konzern die trotz des schlechten Wetters robuste Geschäftsentwicklung in seinen Filialen.
Nachdem Carrefour im zweiten Halbjahr 2012 an Boden gewonnen hatte, steht der Einzelhändler im wichtigen Heimatmarkt zunehmend unter Druck. Heimische Konkurrenten wie Groupe Casino verschärfen den Wettbewerb und senken die Preise. Ohne den Umsatz an den Zapfsäulen ging der Umsatz in Frankreich um 1 Prozent zurück, im vorangegangenen Quartal waren es 0,9 Prozent.
In den Schwellenländern zeigte Lateinamerika mit einem Umsatzplus auf Basis konstanter Wechselkurse von 14 Prozent eine robuste Geschäftsentwicklung, während das Wachstum in Asien moderat blieb. Durch die erhebliche Abwertung der Währungen von Brasilien und Argentinien allerdings blieb davon bei der Umrechnung in Euro nichts übrig - die in die Bilanz eingerechneten Einnahmen in Lateinamerika gingen um 0,2 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro zurück. In Asien legte der Umsatz um 0,3 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro zu.
In den vergangenen sechs Monaten war der Kurs der Carrefour-Aktie mehr als 20 Prozent gestiegen, getrieben durch den Optimismus der Investoren über den Turnaround-Plan. Dazu zählt unter anderem der Verkauf mehrerer Geschäfte im Ausland. Der Pariser Leitindex CAC-40 legte im gleichen Zeitraum lediglich um rund 2,6 Prozent zu.
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April 18, 2013 03:43 ET (07:43 GMT)
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