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Die drei Phasen einer Rally

von Jochen Steffens

Gestern hat der S&P500 erneut versucht, sein Allzeithoch nachhaltig zu überwinden. Es kann zu einer nachhaltigen Rally kommen, wenn es ihm gelingt. Das hatte ich schon geschrieben. Aber ist im Moment eine Fortsetzung der Rally überhaupt möglich oder ist der Markt schon überhitzt?

Dazu gibt es eine interessante Betrachtungsweise, die viel mit Psychologie und Anlegerverhalten zu tun hat. Und sie ist nicht einmal kompliziert. Dazu muss man lediglich den Bund-Future und den DAX vergleichen. Der Bund-Future repräsentiert weitgehend die Kurse deutscher Staatsanleihen und spiegelt damit im Prinzip das Absicherungsbedürfnis der Anleger wider. Er steigt, wenn die Anleger Geld in Sicherheit bringen wollen und in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) investieren. Dazu muss man wissen, dass Festgeld- und Tagesgeldkonten im Prinzip auch nichts anderes sind als eine Anlage in Anleihen.

Rally-Phasen im Wechselspiel zwischen Aktien und Anleihen

Erste Phase Aktien fallen, Anleihen steigen

Wir fangen in unserer Betrachtung in einem Aktien-Crash an. Wenn die Aktienmärkte nach einer langen Rally zu fallen beginnen, wie zum Beispiel von dem Jahr 2000 bis 2003, bildet der Bund-Future einen Boden aus und geht in einen Aufwärtstrend über. Im Chart ist dies die erste Phase (von links), hier rot unterlegt:

Der Hintergrund sollte klar sein: Das Geld fließt aus Aktien und sucht Sicherheit im Anleihenmarkt.

Die zweite Phase: Aktien und Anleihen steigen

Aber auch wenn der Aktienmarkt nach dem Crash einen Boden findet (siehe 2003), steigt der Bund-Future noch weiter an (grün hinterlegte Phase). In dieser Zeit steigen sowohl der Aktienmarkt als auch Anleihen. Es ist eine Zeit, in der die starken Hände aufgrund der niedrigen Bewertung der Aktienmärkte anfangen, langfristige Positionen aufzubauen. Das geschieht aber noch unter niedrigen Umsätzen. Gleichzeitig ist aber die Krise, die zu dem Aktiencrash geführt hat, noch nicht vorbei. Und das führt dazu, dass die meisten Anleger, insbesondere die eher unerfahrenen Kleinanleger (in Börsenjargon schwache Hände genannt), immer noch nach Sicherheit streben und weiterhin eher an Anleihen (Festgeld) als an Aktien interessiert sind.

Die dritte Phase: Aktien steigen weiter, Anleihen fallen

Wenn die Aktienmärkte wieder einige Jahr gestiegen sind und die Krise langsam überwunden scheint, fängt auch wieder die breite Masse an, sich mehr für Aktien zu interessieren. In dieser Phase (hier ab 2005, blau hinterlegt) fließt das Geld somit aus den Anleihen, die keine hohe Rendite mehr erwirtschaften (je höher der Anleihen notieren, desto kleiner ist die zu erzielende Rendite), in den Aktienmarkt. Das führt dazu, dass der Bund-Future ein Hoch ausbildet und anschließend in eine Abwärtsbewegung übergeht, während der Aktienmärkt umso stärker haussiert.

Der idealtypische Verlauf

Das ist der idealtypische Verlauf, den Sie in dem Chart oben sehr schön vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2007 sehen können.

Im Jahr 2007 fing der Bund erneut an, einen Boden auszubilden und der DAX ging in eine Seitwärtsbewegung über. Das war für sich genommen noch kein relevantes Warnzeichen. Aber es ist (im Nachhinein) der Anfang einer neuen Phase 1 gewesen. Mit dem Aktiencrash 2008 steigt der Bund-Future dann auch gemäß Phase 1 weiter an.

Nachdem der Aktienmarkt ebenfalls einen Boden ausgebildet hat, steigen sowohl die Anleihen, als auch der DAX wieder. Das ist bis heute so.Wir befinden uns damit immer noch in Phase 2.

Irgendwann wird der Bund-Future fallen und der Aktienmarkt weiter haussieren. Das wäre die dritte Phase, die auch noch einige Jahre anhalten kann.

Fazit

Aus dieser Sichtweise des typischen Wechselspiels zwischen Aktien und Anleihen ist für den Aktienmarkt noch viel Platz nach oben. Überdies müssten die Anleger erst auf breiter Front den Glauben an Aktien wiederzufinden und darauf ihr Geld setzen. Nur dann kann ein wirklich nachhaltiges und neues großes Aktienhoch erreicht wird. Und das kann dauern…

Insoweit ist der Aktienmarkt durch den Vergleich von Aktien zu Anleihen immer noch stark unterstützt. Sofern es zu keiner erneuten und dramatischen Verschlimmerung der Krise kommt, könnten uns noch viele gute Börsenjahre bevorstehen. Aber, das sollten Sie nie vergessen, an den Märkten ist immer alles möglich.

Vortrag zur Target-Trend-Methode

Bevor ich heute ende, möchte ich Sie aber noch auf einen Vortrag zur Target-Trend-Methode aufmerksam machen, den mein geschätzter Kollege Torsten Ewert am Montag, den 29. Apr 2013 um 19:00 Uhr in Berlin hält. Titel: Wie Sie mit der Target-Trend-Methode die Signalrelevanz und -häufigkeit erhöhen und Ihre Exit-Strategie optimieren.

Mehr zum Vortrag: http://www.vtad.de/node/3319

Infos zum Veranstaltungsort: http://www.vtad.de/sites/files/regiogrp/AnfahrtsbeschreibungSavoy.pdf

Die Teilnahme am Vortrag ist für Leser des Steffens Daily nach vorheriger formloser E-Mail-Anmeldung unter rm.berlin@vtad.de kostenlos möglich.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

© 2013 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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