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Ein zweischneidiges Schwert

von Jochen Steffens

Heute muss ich mich aus Zeitgründen sehr kurz fassen. Halbwegs akzeptable Unternehmenszahlen in den USA und besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten führten zuletzt zu einem moderaten Anstieg der US-Indizes. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in dieser Woche überraschend deutlich um 16.000 auf 339.000 Anträge gefallen. Analysten hatten hingegen mit einem höheren Wert von 351.000 Anträgen gerechnet, nach 355.000 in der Vorwoche. Der aussagekräftigere Vierwochenschnitt sank von zuvor 362.000 auf nunmehr 357.500 Anträge.

Wie Sie in dem Diagramm erkennen können, sah es in den vergangenen Wochen eher nach einer Verschlechterung auf dem US-Arbeitsmarktaus. Zusammen mit anderen US-Konjunkturdaten, die ebenfalls schwächer ausfielen, hätte das ein früher Hinweis auf eine Eintrübung des US-Wirtschaftswachstums sein können. Die heutigen Zahlen werden also bei einigen Anlegern die Sorgenfalten etwas glätten.

Ein zweischneidiges Schwert

Aber es bleibt eine zwiespältige Situation. Auf der einen Seite dürfen sich die US-Konjunkturdaten nicht allzu sehr eintrüben. Das wäre ein Hinweis darauf, dass die geldpolitischen Maßnahmen der Fed nicht (mehr) greifen. Auf der anderen Seite dürfen sie sich aber auch nicht zu schnell und stark verbessern. Denn das könnte dazu führen, dass die Marktteilnehmer erwarten, die Fed könne demnächst mit dem langsamen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik beginnen.

Wir bleiben hinter dem Markt

Somit wird auch klar, warum der S&P500 immer noch an der Überwindung seines Allzeithochs arbeitet. und derartige Schwierigkeiten mit dieser Hürde hat. Denn es fehlen einfach die entscheidenden Impulse, welche die Anleger in Aktien und damit den S&P 500 auf neue Hochs treiben.

Es erscheint also mehr als fraglich, ob das bloße Andauern der geldpolitischen Lockerung ausreicht, um die Rally fortzusetzen, wie manche Analysten suggerieren. Und die gegenwärtige Komplexität der weltweiten konjunkturellen Lage (z.B. die aktuelle Schwäche der Rohstoffe und die Wachstumsabschwächung in China) lassen eine eindeutige fundamentale Einschätzung zu dieser Frage nicht zu.

Machen wir es also umgekehrt: Wir stellen uns hinter die Märkte und schauen, was die Charts machen. Dementsprechend können wir dann reagieren. Allerdings sind wir mit dieser Einstellung nicht allein auf der Welt. Und so bin ich gespannt, wie lange es schlussendlich dauern wird, bis die Entscheidung im S&P500 (neues Allzeithoch oder nicht) nachhaltig fällt.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

© 2013 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

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